Gug­gen­heim Lab kann in Ber­lin blei­ben

Nach Protesten gegen den vorgesehenen Standort auf einer Brache in Berlin Kreuzberg kann das Guggenheim Lab nun doch in der Stadt Station machen. Neu wird es vom 15. Juni bis zum 29. Juli am Pfefferberg in Prenzlauer Berg zu stehen kommen.

Publikationsdatum
04-04-2012
Revision
01-09-2015

Mitte März protestierten Exponenten der linken Szene (wer genau hinter dem Aufruf, das Lab zu «verhindern» steht, ist unklar) gegen das von BMW gesponserte Guggenheim Lab, das im Sommer auf einer Brache in Kreuzberg in der Nähe des Schlesischen Tors aufgestellt werden sollte. Berlin ist nach New York die zweite Station des von der Guggenheim-Stiftung initiierten mobilen Forschungslabors. Innerhalb von sechs Jahren soll es neun Städte besuchen, nach Berlin wird der Bau im indischen Mumbai aufgestellt. In dem aufwendig konstruierten Pavillon aus carbonverstärktem Kunststoff, sollen gemäss der Stiftung Veranstaltungen über das Leben in Grossstädten stattfinden und eine «urbane Ideenschmiede sowie eine multidisziplinäre Begegnungsstätte» geschaffen werden.

Die Berliner Gegner wollen mit ihrem Protest auf die zunehmende Gentrifizierung der Stadt aufmerksam machen – Quartiere wie das ehemalige Ostberliner Arbeiterviertel Prenzlauer Berg haben seit der Wende teilweise einen Wechsel in der Bevölkerungsstruktur von über 80% erlebt. Bezeichnenderweise findet das Guggenheim-Lab hier nun eine neue Bleibe, vom 15. Juni bis zum 29. Juli wird es am Pfefferberg zu stehen kommen.
Mit dem Protest ist, wohl ungewollt von Initianten und Veranstaltern, schon eines der Kernanliegen der Guggenheim-Stiftung erfüllt: Immerhin will sie sich mit dem Lab dem Thema Stadt in all seinen Facetten widmen. Eine bessere Diskussionsgrundlage kann kaum geliefert werden.