Ein Hoch­haus mit flo­ra­len De­tails

Studienauftrag auf Einladung Hochhaus Krismer-Areal, Baden

Baden bekommt ein neues Hochhaus: Die Churer Architektin Angela Deuber gewinnt den Studienauftrag für das Wohn- und Geschäftshaus auf dem Krismer-Areal an der Bruggerstrasse.

Publikationsdatum
17-03-2020

Ende April 2019 führte die Merker Liegenschaften AG einen Studienauftrag auf Einladung mit insgesamt neun Architekturbüros aus der Deutschschweiz durch. Gesucht wurde ein Entwurf für ein Wohn- und Gewerbehochaus auf dem Krismer-Areal in Baden. Im Zentrum der Ausschreibung stand für die Bauherrin die Frage, welcher Nutzungsmix und welche maximale Flexibilität in einem Hochhaus erreicht werden können. Die Projekteingaben sollten eine langfristigen und nachhaltigen Lösung bieten, um zukünftigen Ansprüche an den Wohnkomfort und die gewerblichen Nutzungen gerecht werden zu können.

Am besten löste diese Anforderungen das Projekt «Buds» der Architektin Angela Deuber aus Chur, das die Jury einstimmig zur Weiterbearbeitung empfahl. Das Beurteilungsgremium strich insbesondere die städtebauliche Setzung, die Volumetrie und Höhenentwicklung, den architektonischen Ausdruck mit den umlaufenden Auskragungen sowie die Nutzungsflexibilität hervor. Zudem bewertete das Beurteilungsgremium die Struktur mit Kern, Stützen und Fassade des Hochhauses als sehr gut.

Durch einen Knick in der Fassade schaffen die Architektin und ihr Team eine Nische im Stadtraum hin zur Bruggerstrasse. Durch die zusätzlich grösstmögliche Entfernung zur Verkehrsachse entsteht vor dem Gebäude ein grosszügiger Platz. Der Haupteingang wird so klar ausgewiesen. Um den Platz wiederum vom Verkehr der viel befahrenen Bruggerstrasse abzuschirmen, wird der vordere Platzbereich dicht bepflanzt.

Von Pflanzen bzw. Natur spricht die Architektin auch bei der Ausformung der Säulen in der Fassade. Wie der Name des Projekts «Buds» ist die Form der Säulen «vom natürlichen Verhalten einer Blüte inspiriert, die geboren wird, wächst und blüht». Möglichst «filigran» wollte Deuber die Fassade als Gegenüber der Stadt gestalten. So hat sie um den gesamten Innenraum eine zweite (Balkon-)Schicht gelegt, deren tragendes Element die vorfabrizierten feinen, blüten- oder baumartigen Pendelstützen sind. Dazwischen nutzt sie Glas als Balkonbrüstung, sodass der Fokus auf die Stützen nicht gestört wird. Diese feingliedrige Gestaltung wird dadurch möglich, dass das Innere des Gebäudes eine eigene Tragstruktur aufweist, bestehend aus Deckenplatten, die von einem inneren Kern, Scheiben und einer inneren Stützenreihe getragen werden. Alle strukturellen Elemente werden im steifen Kasten der Untergeschosse eingespannt.

Die Jury hebt hervor, dass diese einfache Struktur eine hohe Flexibilität in der Nutzung bietet. So ist sowohl eine Weiterentwicklung des Projekts, aber auch eine zukünftige Nutzungsanpassung möglich.

Weitere Pläne und Visualisierungen zum Wettbewerb finden sich auf competitions.espazium.ch

Empfehlung zur Weiterbearbeitung:

«Buds»:
Angela Deuber Architekten, Chur; Ferrari Gartmann, Chur; Tobler Landschaftsarchitekten, Haldenstein; Kalt+Halbeisen Ingenieurbüro, Zürich, Aargau, Basel

Weitere Teilnehmer

«Gaja»:
ARGE Nathan Ghiringelli und Jonas Ulmer Architekten, Biel; Ferrari Gartmann, Chur; Frei+Partner Haustechnikplanung, Baden; Atelier Komma, Biel
«Pierre»:
Giuliani Hönger Architekten, Zürich; Dr. Lüchinger + Meyer Bauingenieure, Zürich; Zwahlen + Zwahlen Landschaftsarchitektur, Cham; Boess Sytek, Binningen; Aicher, De Martin, Zweng, Zürich; Makiol Wiederkehr Ingenieure, Beinwil am See; Bakus Bauphysik + Akustik, Zürich; Atelier 8 Modellbau, Zürich; maaars architektur visualisierungen, Zürich
«Streetware»:
Christ & Gantenbein Architekten, Basel; Müller Illien, Zürich; Schnetzer Puskas Ingenieure, Zürich; Erne, Zürich; Eicher + Pauli, Zürich; Baukus Bauphysik + Akustik, Zürich; Kopitsis Bauphysik, Wohlen
«Baustein»:
Gigon Guyer Architekten, Zürich, WaltGalmarini, Zürich; 3-Plan Haustechnik, Winterthur
«Flexmax»:
Staufer & Hasler Architekten, Frauenfeld; ewp, Zürich; Schiltknecht Akustik und Bauphysik, Dorf; Richard Widmer Energieberatung, Wil
«Midtown»:
Balissat, Baden; Schnetzer Puskas Ingenieure, Zürich; Mebatech, Baden; Wichser Akustik & Bauphysik, Zürich; Hefti. Hess. Martignoni. Brandschutz, Zürich; Kalt + Halbeisen Ingenieurbüro, Zürich; Cyaan Visualization, Zürich;
«Zora»:
Schneider & Schneider Architekten, Aarau; Schnetzer Puskas Ingenieure, Zürich; Hager Partner, Zürich; Abicht Zug, Zug; Grolimund + Partner, Zürich
«Monroe»:
Romero Schäfle Architekten, Zürich; Dr. Schwartz Consulting, Zug; RMB Engineering, Zürich; Mühlebach Partner, Winterthur; Andreas Geser Landschaftsarchitekten, Zürich; Mebatech, Baden

Fachpreisrichter

Patrick Gmür (Vorsitz), Architekt und Stadtplaner, Zürich; Prof. Dietmar Eberle, Architekt, Lustenau, Österreich; Axel Fickert, Architekt, Zürich; Selina Walder, Architektin, Flims

Sachpreisrichter

Fritz Merker, Verwaltungsratspräsident MLAG, Baden; Sibylle Hausammann-Merker, Beirätin, Verwaltungsrat MLAG, Baden; Jarl Olesen, Stadt Baden, Leiter Planung und Bau, Baden

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