BIM: Neu­bau Spi­tal Lim­mat­tal, Schlie­ren

Publikationsdatum
31-05-2019

Nach über 40 Betriebsjahren wurde das Spital Limmattal in Schlieren von Grund auf neu gebaut. Auf dem bestehenden Areal entstand ein modernes Akutspital, das über gute Raumzuordnungen und kurze Verbindungswege verfügt.

Das 2012 aus dem Gesamtleistungswettbewerb hervorgegangene Projekt Neubau Spital Limmattal wurde von ­Losinger Marazzi als Totalunternehmen entwickelt und realisiert. Dies in Zu­sammenarbeit mit BFB Architekten und Brunet Saunier Architecture sowie BG Ingenieure und dem Gebäudetechnikkoordinator Hans Abicht. Es handelt sich um ein Projekt für 188 Betten mit ­einem Gebäudevolumen von 205 000 m³ und einer Geschossfläche von 48 500 m².

Unter den insgesamt 2000 Räumen sind fünf Operationssäle, drei Eingriffsräume sowie je zwölf Intensivpflege-, Intensivüberwachungs- und Tagesklinikplätze. Es entstehen Behandlungsmöglichkeiten für rund 11 000 stationäre und 70 000 ambulante Patienten pro Jahr.

Ziel der BIM-Anwendung war es, möglichst viele Projektbeteiligte einzubeziehen: die Architekten, die die Grundrisse modellierten, die Bauingenieure, die die Statik prüften und die Ausführungsplanung des Rohbaus erstel­lten, die HLKSE-Spezialisten, die die 3-D-Ko­or­dination realisierten, das Totalunternehmen, das BIM und Design koordinierte und dabei die gemein­sam genutzte Datenbank pflegte, sowie den Kunden, der dank BIM unter anderem sein Mobiliar verwalten und sein Projekt validieren kann. Die wichtigsten Fachdisziplinen waren somit mit eigenen digi­talen Modellen beteiligt.

Neben den jeweiligen Modellen ­wurden alle Daten in einer zentralen ­Datenbank erfasst und für alle Projekt­beteiligten zugänglich gemacht. Ein Synthesezyklus ermöglichte es, alle Anmerkungen und Änderungen in digitaler Form anzubrin­gen. Dadurch konnte die Entwicklung des Projekts laufend nach­verfolgt werden. Anhand der 3-D-Synthese konnten wäh­rend der Koordinationssitzungen Unstimmigkeiten zwischen den Projektpartnern ausgemacht und eliminiert werden.

Der Kunde hat zu jeder Zeit Zugriff auf die Datenbank und kann in Transparenz darin eingreifen. Insgesamt wird ein kontinuierlicher Informationsfluss ermöglicht. Das heisst, alle sprechen dieselbe Sprache.

Im September 2015 fand in Paris die Preisverleihung des Wettbewerbs BIM D’OR 2015 der Fachzeitschrift Le Moniteur für die beste Verwendung der Gebäudedatenmodellierung BIM und des digitalen Modells statt. Der Neubau Spital Limmattal wurde dabei in der Kategorie internationale Projekte zum Sieger gekürt.  (Text: Emily Unser)

Am Bau Beteiligte
 

Bauherrschaft
Spitalverband Limmattal

TU
Losinger Marazzi, Bern

Architektur
BFB Architekten, Zürich, mit Brunet Saunier Architecture, Paris

Tragkonstruktion
BG Ingenieur und Berater, Zürich

Gebäudetechnik
Hans Abicht, Aarau; Bösch Sanitär­ingenieure, Dietikon

Elektroplanung
Scherler Beratende Ingenieure für Elektroanlagen, Zürich

Bauphysik
Gartenmann Engineering, Zürich

Brandschutz
QSB Qualitäts-Sicherung im Brandschutz, Richterswil

BIM-Management/BIM-Koordination
Losinger Marazzi, Bern

 

Facts & Figures


Vergabeverfahren/Auftrag
Gesamtleistungswettbewerb/Gesamtleister

Gebäudevolumen (SIA 416): 205 000 m3

Geschossfläche: 48 500 m2

Baukosten: 270 Mio CHF

Energielabel: Minergie

Planung: 2013–2014

Ausführung: 2014–2018


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