Schwungvoll und frei

Geschwungene Zuschauertribüne am historischen Eispavillon in St. Moritz.

Norman Foster Architects, London und Küchel Architekten, St. Moritz ergänzten den alten Eispavillon in St. Moritz durch zwei dynamisch geschwungene Zuschauertribünen. Mittels 3-D Holzbearbeitung entstand eine elegante Freiform. Im Anschluss an den alten Pavillon verlängert die grössere Tribüne die geschlossene Fassadenflucht gegen die Ausfahrtsstrasse, und die kleinere schliesst das Areal des Kulmhotels gegen Aussen ab.

Danielle Fischer Architektur, Redaktorin TEC21

Martin Vincenz Autor Steeldoc, Architekt

Die Hauptträger des Tribünendachs sind als Kragträger ausgebildet und als Brettschichtholzträger aus Esche gefertigt. Im Sockelbereich sind sie eingespannt und über mit Epoxidharz eingeklebte Gewindestangen befestigt. Jeweils zwei Hauptträger treffen sich in der Dachebene und bilden eine biegesteife Eckverbindung. Auch hier wurden zur Eckversteifung mit Epoxidharz eingeklebte Gewindestangen angewendet. So gibt das Tragsystem in Querrichtung den Blick auf das sportliche Geschehen frei. Als Leiteinwirkung wurde der Lastfall Schneelast ermittelt, der mit der weiten Auskragung der Hauptträger die wesentliche Einwirkung ergibt.

In der Längsrichtung bilden Brettschichtholzträger als Durchlaufträger das statische System. Eingefasst wird das Tribünendach mit einem Randträger, der als Freiform einmal komplett um das Tribünendach herumgeführt wird. Er dient als zusätzliches stabilisierendes Element. Mit der Lärchenholzverschalung kam ein lokales Baumaterial als Gestaltungsmittel zum Einsatz. Die Nebentribüne folgt dem gleichen Konstruktionsprinzip wie die Haupttribüne.

Die wichtigste Herausforderung war nicht nur die statische Dimensionierung, sondern auch der Abgleich mit den Ansprüchen des Architekten. Durch intensives Variantenstudium betreffend Kosten, Konstruktion, Design und Terminplanung konnte die schlussendliche Form gefunden werden.

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