Lebenslang: Weiterbildung in hektischen Zeiten

Beständiges Lernen ein Leben lang ist heute ein Muss und sichert die eigene Attraktivität am Arbeitsmarkt. Dabei geht es um informelles wie auch um formelles Lernen.

Henrietta Krüger Dipl. Ing. SIA, MAS Arch. ETH

Auf dem Weiterbildungsmarkt tummeln sich unzählige Anbieter. Ganz offensichtlich  floriert das Geschäft. Die Flut von Angeboten macht es nahezu unmöglich, einen Überblick zu gewinnen. Doch längst nicht jeder Kurs ist auch eine echte Weiter­bildung. Hier das richtige Angebot zu finden gleicht der Suche nach der berühmten Nadel im Heuhaufen.

Ständige Verfügbarkeit

Unsere heutige Arbeitswelt unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von der ­unserer Eltern – mit allen Vor- und Nachteilen. Homeoffice, flexible ­Arbeitszeiten, temporäre oder projektbezogene Anstellungen und Teilzeitbeschäftigungen haben den Arbeitsmarkt verändert. Ständige Verfügbarkeit, auch über die normalen Arbeitszeiten hinaus, hervorgerufen durch die vernetzten Arbeitsmittel, ist fast unausweichlich. Auch die Arbeitsinhalte haben sich gewandelt. Dabei entstehen neue Probleme, die man jedoch grösstenteils mit althergebrachten Methoden zu bewältigen sucht. Dabei brauchen neue Probleme neue Herangehensweisen und ein neues Verständnis. So entsteht das Bedürfnis nach Weiterbildung, nach neuen Kompetenzen, um auf dem Arbeitsmarkt bestehen und mithalten zu können.

Interne Weiterbildung wird zu wenig beachtet

Firmen können ihre Attraktivi­tät steigern, indem sie die gezielte Weiterbildung und interne Karriere­planung ihrer Mitarbeitenden verfolgen und fördern. Oft dominiert aber das veraltete Denken, Weiterbildung finde vor allem in Kursen statt. Tatsächlich geschieht der überwiegende Teil auf informellem Weg – beispielsweise, indem ein Vorgesetzter seinem Mitarbeitenden neue Aufgaben überträgt, Verantwortung teilt, sodass ein Lernprozess am konkreten Fall eintritt und sich der Schaffens- und Erfahrungsbereich des Mitarbeitenden automatisch erweitert.

Leider schenken viele Firmen dieser Art des ­Lernens und des Erfahrungs­austauschs zu wenig Beachtung. Während Jüngere noch darüber hinwegsehen, dass sie von ihrer Weiterbildung für die tägliche ­Arbeit nicht immer unmittelbar profitieren, ist das bei erfahreneren Berufsleuten anders. Das dürfte einer der Gründe sein, warum über 40-Jähri­ge nachweislich viel we­niger Weiter­bildungen besuchen als Jüngere.

Weiterbildung im Team

Erst im September titelte «20 Minuten» im Wirtschaftsteil: «Firmenausflüge sind reine Geldverschwendung» und fragte im Anschluss die Leser nach ihren dümmsten Firmenausflügen. Doch so einfach ist die Sache nicht. Ein gutes Team entsteht nicht automatisch durch gemeinsame Arbeit. Menschen sind ja keine Computer. Es kann hilfreich sein, wenn Teammitglieder neben der eigentlichen Projektarbeit auch Gelegenheit bekommen, ihre Erfahrungen auszutauschen, sich von einer anderen Seite zu zeigen und kennenzulernen. ­Besonders sinnvoll ist ein solcher Anlass, wenn er auch eine Weiter­bildung beinhaltet. Aus diesem Grund bietet SIA-Form unter anderem Ausflüge und Workshops aus dem re­gulären Weiterbildungsprogramm auch speziell für Firmen und Projektteams an.

Je nach Wunsch vermittelt SIA-Form Fachwissen auf ganz unterschiedliche Weise. So können sich zum Beispiel Stadtplanungsteams durch die aktuellen Arealentwicklungen in Zürich führen lassen und am gebauten Beispiel die eigenen Planungsziele diskutieren. Wettbewerbsteams können auf einer Ma­terialreise (Holz, Lehm, Backstein, Beton, Glas) eine Reihe vorbildlicher Referenzbauten als Inspiration für ihr nächstes Projekt besuchen. Oder Büromitarbeitende werden nicht ­nur über historische Verputztech­niken und deren zeitgemässe Inter­pretationsmöglichkeiten informiert, sondern haben auch Gelegenheit, die unterschiedlichen Sande und Pigmente bei der Herstellung eines eige­nen Putzmusters kennenzulernen.

Solche Anlässe unterstützen die Teambildung, schaffen fachliches und soziales Know-how, geben Ge­legenheit, sich kennenzulernen, unterstützen den internen Erfahrungsaustausch, dienen dem Ler­nen und der Weiterbildung zugleich. Und sie machen sogar noch Spass.

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