Auf­takt des In­ter­na­tio­na­len Holz­bau-Fo­rums in Gar­misch

Das Internationale Holzbau-Forum in Garmisch findet vom 3. bis 5. Dezember 2014 zum zwanzigsten Mal statt. Das Programm ist umfangreich, die Referenten stammen aus unterschiedlichsten Bereichen wie Technik, Marketing, Politik und Architektur. Sie sind von der Berner Fachhochschule und der Hochschule Rosenheim ausgewählt worden.

Date de publication
04-12-2014
Revision
01-09-2015

Die morgenfüllende Auftaktveranstaltung am 3. Dezember mit dem Titel «Raumzellen: stationär – temporär – werthaltig – vielseitig», die Christoph Starck (Lignum, Dachverband Holzwirtschaft Schweiz), moderierte, war dem Modulbau gewidmet. Starcks Aufforderung, «das Hohelied auf den Modulbau zu singen», zeigte, wie bedeutend diese am stärksten auf Vorfertigung ausgerichtete Bauweise in der Holzbranche ist. Gleichzeitig forderte Christoph Starck die Teilnehmer aber auch auf, nach noch bestehenden Hürden und Verbesserungsmöglichkeiten zu suchen.

Die nachfolgenden Vorträge beleuchteten das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven. Eingeladene Referenten waren unter anderen Reiner Loos von WIP (Wiener Infrastruktur Projekt GmbH). Die Firma hat im Auftrag der Stadt Wien das Projektmanagement für zahlreiche Schulerweiterungsbauten auf dem Stadtgebiet übernommen – in den nächsten Jahren sind jährlich rund 50 neue Klassen erforderlich. Spannend war auch ein Blick nach Skandinavien. Matti Mikkola, Leiter Geschäftsentwicklung, erläuterte die Strategie der finnischen Firma Stora Enso hinsichtlich des urbanen, mehrgeschossigen Holzbaus. Stora Enso liefert Module für Grossprojekte wie die neungeschossigen Wohnbauten in der Via Cenni in Milano. Seine Schlussfolgerung, dass der Erfolg des Modulbaus nicht nur auf seiner technischen, sondern auf einer ganzheitlichen Entwicklung des gesamten Konstruktionsprozesses beruhe, ist im Hinblick auf die immer komplexer werdenden wirtschaftlichen, ökologischen, urbanen und politischen Zusammenhänge plausibel.

In der abschliessenden Fragerunde kam unter anderem nochmals zur Sprache, ob der Modulbau die Baukultur gefährde. Einige Zuschauer befürchteten, die Bauweise mache die Aufgaben des Architekten überflüssig. Die Referenten hielten den Einwand für unberechtigt, denn sie ziehen bei ihren Projekten alle mindestens bei der Systementwicklung Architekten zurate. Die Frage, wie sich die Rolle des Architekten durch die Element- und Modulbauweise wandelt, wurde aber bedauerlicherweise nicht besprochen.

Den Nachmittag füllten vier parallel durchgeführte Prologe: Unter den Titeln «Vielfalt in der Holzarchitektur», «Green Building oder Greenwashing », «Gemeinsam sind wir stark» und «Verbinden im Holzbau» kamen zahlreiche Referenten zu Wort. Insbesondere der zweite Block weitete den Fokus auf Themen die in Holzfachkreisen nicht häufig beachtet werden. So zum Beispiel erläuterte Martin Prösler (Präsidiumsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, DGNB, Stuttgart) die Bedeutung des Baustoffes Holz bei der Gebäude Zertifizierung DGNB und die Verbesserungsmöglichkeiten in der Kommunikation bei Marketing und PR. Spannend waren im selben Prolog auch die Referate zur Nachhaltigkeit der drei Baustoffe Holz (Amely Bouwers, proHolz Austria, Wien),  Beton (Thomas Kaczmarek, Informations-Zentrum Beton, leider verhindert) und Stahl (Dr. Bernhard Hauke, Bauforumstahl, Düsseldorf). Sie nahmen die Gelegenheit wahr, die ökologischen Vorteile des jeweiligen Baustoffes zu erläutern und ihn mit den anderen zu vergleichen. Auch in der anschliessenden Podiumsdiskussion «Benchmark der Baustoffe – wer baut am nachhaltigsten » ergaben sich spannende Fragestellungen im Austausch mit dem Publikum. 

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