Ojalà – ein flexibles Kleins­thaus

Im «Fuori Salone» in Mailand präsentierte die Schweizer Architektin ­Beatrice Bonzanigo das Projekt für ein flexibles Kleinsthaus.

Date de publication
07-05-2019

Beatrice Bonzanigo ist im Kanton Tessin aufgewachsen und hat an der Accademia di Architettura Men­drisio Architektur studiert. Im Rahmen des seit 1980 bestehenden Büros «Isabella Invernizzi Workshop» in Mailand hat sie ab 2014 ihre professionelle Heimat gefunden und so das IB Studio begründet. Das neueste Projekt, ein Kleinsthaus ohne vorgegebene Parzelle, wurde in Mailand erstmals öffentlich vorgestellt.

Es handelt sich um ein Rundhaus mit 27  m2 Grundfläche, das auf einer Mittelsäule und Trag­elementen aus Stahl für die beiden Holzplattformen am Boden und am Dach aufbaut und dazu mit vier Zugstangen stabilisiert ist. Mit von Hand über Rollen zu betätigenden Seilen und aufrollbaren Wandelementen aus Textilien und Holz – «Mesh Sheets di Wood Skin», ein bereits existierendes italienisches Produkt – gleicht die Funktion der Wände und Fassaden eher den Komponenten eines Segelboots als denen eines statischen Gebildes. Boden­beläge, Brüstungen, Aussentreppe und Dachterrasse sind ebenfalls mit Holz konstruiert.

Dieses Minimalhaus ist aus der Idee entstanden, eine zusätzliche Er­lebniswelt für einen Hotelbetrieb anzubieten, könnte aber auch von Privaten z. B. als Gästehaus genutzt werden. Es kann in zwei Schlafräume und einen Wohnraum unterteilt oder ganz offen genutzt sein, enthält eine Miniküche und sanitäre Anlagen. Als «Wohngebäude mit hoher Flexibilität» ist es bereits patentiert. «Ojalà» ist das spanische Wort für «Hoffentlich» oder «Schön wär’s», ein witziger und selbstironischer Name für diesen Architektinnentraum, der vielleicht einmal real sein wird. 

Charles von Büren, Korrespondent TEC21, Bautechnik und Design

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