Dynamik am Seeufer

Editorial

Clementine Hegner-van Rooden Ingenieurwesen, Korrespondentin TEC21

Paul Knüsel Umwelt/Energie, Stv. Chefredaktor TEC21

Weil sie für Flora und Fauna wertvolle Lebensräume darstellen, sind die Ufer unserer Seen geschützt. Bauen ist in diesen sen­siblen Zonen grundsätzlich verboten. Doch viele Ufer an Schwei­zer Seen sind irgendwann einmal aufgeschüttet und begradigt worden und deshalb eigentliche Kunstbauten. Solche Uferanlagen müssen regelmässig instand­­ gesetzt werden. Bisweilen ist es möglich, sie zu ­renaturieren, aber oft sind neuerliche harte Ver­­bau­ungsmassnahmen unumgänglich.
Sie schützen die Uferlinie vor der Kraft der Wellen. Und um der Sicherheit, der Attraktivität oder den Ansprüchen von Tourismus und Naherholung gerecht zu werden, sind eben­so massive Bau­werke erforderlich. Gleichwohl hat die Sensibilität dafür zugenommen, dass ­wei­chen Verbauungen mehr Platz einzuräumen ist. Auch den gesetzlichen ­Auftrag zur öko­logischen Aufwertung gilt es zu ­erfüllen.
Den Ingenieuren stellt sich damit eine grosse Herausforderung: Bei der Planung zeitgemässer Uferprojekte treffen ökologische, architekto­ni­­sche, politische und technische Themen aufeinander. Auch die Bevölkerung möchte mitreden und die See­ufer als Erlebnis- und Erholungsräume nutzen. Daraus können ­kontroverse Debat­ten und lange Planungsprozesse entstehen. Mit Umsicht lässt sich vieles miteinander und innerhalb gesetzlicher Leitplanken vereinbaren. Letztlich helfen solche Ab­wägungen mit, wesentliche Aspekte unter Zeit- und Kostendruck angemessen zu berück­sichtigen. In diesem Sinn: auf zu neuen Ufern – aber mit Bedacht!

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