Digitalisierung: Holzbau im Vorteil

Die Digitalisierung ist ein Megatrend – eine globale Entwicklung also, die alle gesellschaftlichen Bereiche erfasst und stark verändern wird. Was bedeutet sie für den Holzbau?

Judit Solt Fachjournalistin BR, Chefredaktorin TEC21

Innerhalb einer Generation haben sich die Entwurfs- und Darstellungsmethoden rasant verändert – vom Zeichnen mit Tusche über CAAD-Programme bis hin zur dreidimensionalen Modellierung, von der Handzeichnung über die kolorierte CAAD-Perspektive bis hin zum Rendering. Doch schon erfolgt auch der nächste Entwicklungsschritt – das mit Informationen angereicherte digitale Modell, das die Arbeit unterschiedlicher Fachleute aus Planung und Fertigung in sich vereint und als gemeinsame Grundlage dient, um den Entwurf, die Bauabläufe, den Betrieb und den Rückbau des Gebäudes zu optimieren.

Building Information Modelling (BIM) ist auf dem Vormarsch. Aus der Sicht von Investoren verspricht die neue, digital basierte Methode klare Vorteile: Sie macht das Bauen effizienter, schneller, verlässlicher und kontrollierbarer; die Prozessergebnisse sind besser, die Fehlerquote tiefer, die Termin- und Kostensicherheit höher und das Risiko somit kleiner.

Ob BIM für den Holzbau eine Chance oder ein Handicap darstellt, stand in Zentrum der Veranstaltung, die espazium Ende November zusammen mit Wüest Partner und Lignum im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (Bafu) durchgeführt hat. In kleinem, exklusivem Rahmen trafen sich Investoren, IT-Spezialisten und Holzbauer bei Wüest Partner in Zürich, um Erfahrungen auszutauschen.

Sechs Referate und eine Podiumsdiskussion später war klar: Die Vorteile überwiegen. Der Holzbau ist bestens auf die Digitalisierung der Planungs- und Bauprozesse vorbereitet, denn diese sind in der Branche bereits gut etabliert. Holzbauer sind sich seit jeher gewohnt, mit vorfabrizierten Elementen zu arbeiteten, und sie gehörten zu den Ersten, die mit digital basierter Fabrikation wie CNC-Technologie und Robotik experimentierten. Dies verschafft der Holzbranche einen Vorsprung gegenüber anderen, konservativeren Branchen. Zusammen mit dem Imagebonus von Holz – ökologisch, natürlich, gemütlich – dürfte dies dazu beitragen, dass sich der Anteil von Holz auch bei grösseren Bauten erhöht.
 

Referenten und Vorträge:
Virtuelle Realität in der Architektur (PDF)

Steffen Riegas, Head Digital Technologies, Herzog & de Meuron Basel Ltd.
Planen, Bauen, Vermarkten – digital und vernetzt (PDF)
Dr. Johanna Gerum, Projektentwicklerin / Bauherrenvertreterin, Zug Estates AG
Produzieren sich unsere Güter und Dienstleistungen in Zukunft selber? (PDF)
Stefan Jack, Business & Solutions Development Manager, Güdel AG
Vom Entwurf zur Produktion (PDF)
Fabian Scheurer, Managing Partner, Design-to-Production GmbH 
Weitere Beiträge zum Thema Holzbau finden Sie in unserem E-Dossier.

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