«Die Her­aus­for­de­run­gen im Bau­we­sen las­sen sich nur in­ter­dis­zi­pli­när lö­sen»

Prix SIA 2026

Was zirkulit Beton und Saint-Gobain SageGlass mit dem Prix SIA verbindet und was sie zur Partnerschaft veranlasst, erklären Franz Schnyder und Julien Orillard im Interview.

Publikationsdatum
21-04-2026

Sie sind Partner des Prix SIA 2026. Welche Ziele verfolgen Sie mit der Partnerschaft?

Schnyder: Wir unterstützen eine Baukultur, die Verantwortung für kommende Generationen übernimmt. Für uns ist die Partnerschaft eine Chance, den Dialog über nachhaltiges und zirkuläres Bauen zu stärken. Gebäude prägen unseren Lebensraum über viele Jahrzehnte – deshalb müssen Materialien, Planung und Architektur stärker auf Ressourcenschonung, Klimafreundlichkeit und Kreislaufwirtschaft ausgerichtet werden.

Orillard: Wir sind überzeugt, dass Gebäude nachhaltig und komfortabel sein müssen. Nachhaltigkeit bedeutet für uns, ein Bauwerk mit Materialien zu planen, die auf Langlebigkeit ausgelegt und gleichzeitig an den Klimawandel sowie dessen Auswirkungen auf den Komfort der Nutzenden angepasst sind. Wir denken, dass der sommerliche Wärmeschutz, der im Zentrum unserer Tätigkeit steht, eine immer grössere Rolle spielen wird.

Welche Werte teilt Ihr Unternehmen mit dem Prix SIA?

Schnyder: Wir teilen den Anspruch an Qualität, Verantwortung und langfristiges Denken. Gute Baukultur bedeutet für uns nicht nur gestalterische Qualität, sondern auch einen bewussten Umgang mit Ressourcen. Mineralische Baustoffe werden auch in Zukunft eine zentrale Rolle im Bauwesen spielen. Entscheidend ist jedoch, dass sie klimafreundlicher produziert und konsequent im Kreislauf geführt werden.

Orillard: Das Motto von Saint-Gobain, dem Mutterunternehmen von SageGlass, ist «Making the World a Better Home». So lädt auch der Prix SIA dazu ein, innovative Projekte zu entwickeln, die zum Gemeinwohl beitragen.

Der Prix SIA bewertet die Projekte nach dem Davos Qualitätssystem für Baukultur mit acht Kriterien. Spielen diese auch im Arbeitsalltag Ihrer Firma eine Rolle?

Schnyder: Ja, insbesondere die Kriterien Umwelt, Wirtschaft und Kontext sind für unsere Arbeit zentral. Nachhaltige Baustoffe müssen messbare ökologische Vorteile bieten, gleichzeitig wirtschaftlich einsetzbar sein und sich selbstverständlich in hochwertige Architektur integrieren lassen. Genau dort setzt zirkuläres Bauen an: Ressourcen werden geschont, Materialien bleiben im Kreislauf und Gebäude werden langfristig werthaltig.

Orillard: Unsere Aufgabe als Industrieunternehmen besteht darin, nachhaltige Lösungen anzubieten, die es Architekten und Ingenieurinnen ermöglichen, zu grundlegenden Prinzipien wie denen des Davos Qualitätssystems für Baukultur zurückzukehren. Das Glas von SageGlass erhöht den thermischen und visuellen Komfort der Nutzenden, da es den Innen- mit dem Aussenraum verbindet. SageGlass ermöglicht verglaste Fassaden ohne traditionelle Sonnenschutzsysteme.

183 Projekte wurden für die Ausgabe 2026 eingereicht. Was sagen diese Eingaben aus Ihrer Sicht über die Schweizer Baukultur aus?

Schnyder: Die grosse Zahl und Vielfalt der Projekte zeigt, dass sich die Schweizer Baukultur in einer spannenden Transformation befindet. Themen wie Bestandserhalt, Ressourceneffizienz und Klimaschutz werden zunehmend Teil der architektonischen Qualität. Das ist ein wichtiges Signal, denn die Herausforderungen im Bauwesen lassen sich nur interdisziplinär lösen.

Orillard: Die Kreativität, die die Ausgabe 2026 widerspiegelt, zeigt eine überaus lebendige und vielfältige Baukultur in der Schweiz.

Die Projekte des Prix SIA stehen für eine nachhaltige Gestaltung unseres Lebensraums. Welche Ihrer Produkte tragen dazu bei?

Schnyder: Mit zirkulit beton® bieten wir zirkuläre Betonbaustoffe. Unsere Betone enthalten maximale Anteile an Sekundärrohstoffen aus aufbereiteten Bauabfällen und reduzieren damit den Bedarf an natürlichen Rohstoffen wie Sand und Kies deutlich. Gleichzeitig wird durch Optimierung der Menge und Art des Bindemittels der CO₂-Fussabdruck stark gesenkt. Zirkulärer Beton ist ressourcen- und klimaoptimiert! Er ermöglicht nachhaltige Architektur und leistet gleichzeitig einen konkreten Beitrag zur Kreislaufwirtschaft im Bauwesen.

Orillard: Das SageGlass-System passt die Tönung des Glases je nach Sonneneinstrahlung an. Das Glas tönt sich, lässt die Hitze nicht ins Gebäude und bleibt dennoch jederzeit transparent. Dadurch bleibt die Sicht ins Freie immer erhalten, was das Wohlbefinden der Nutzenden maximiert.

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