«Es braucht mehr Un­ter­neh­mer in der Po­li­tik»

Wahlen 2023

Im Herbst finden die eidgenössischen Wahlen statt. Wer soll die Herausforderungen anpacken, die im Bereich Raumentwicklung, Klima und Energie auf uns zukommen? Wir haben politisch engagierte Baufachleute aller Parteien zu ihren Zielen befragt. Heute: Olivier Imboden, Die Mitte, Wallis.

Publikationsdatum
05-08-2023

STECKBRIEF


Olivier Imboden, geb. 1971, ist Ökonom, lic. rer. pol. Er arbeitet als Bauunternehmer und ist CEO der Ulrich Imboden AG und kandidiert für den Nationalrat.

 

Parteizugehörigkeit: Die Mitte
Frühere politische Ämter: keines
Aktuelles politisches Amt: Grossrat Kanton Wallis


Welches Ereignis hat Sie dazu motiviert, sich politisch zu engagieren?

Ich war schon immer ein politischer Mensch. In meiner täglichen Arbeit stehen meine Mitarbeiter im Zentrum. Letztlich will ich mit meinem beruflichen Tun und Handeln unsere unmittelbare Umgebung mitgestalten und besser hinterlassen. Das war auch der innere Antrieb, in die Politik einzusteigen. Als Menschenfreund möchte ich den Menschen dienen, Dinge hinterfragen und schliesslich verbessern.


Weshalb in dieser Partei?

Die Mitte ist meine Herzenspartei. Nicht nur aus familiärer Tradition, sondern vielmehr auch, weil die Mitte mit ihrer Konsenspolitik die Schweiz zusammenhält. Ich mag keine Extreme. Miteinander geht es immer besser als gegeneinander.


Hängt ihre politische Motivation mit Ihrem Hintergrund bzw. Ihrer Tätigkeit in der Planungs- und Baubranche zusammen?

Nein, eher nicht. Klar habe ich auch Themen, die meinen beruflichen Bereich betreffen, zum Beispiel das öffentliche Beschaffungswesen, fehlende Deponien oder die Schliessung des Recyclingkreislaufs. Aber die meisten Themen sind eigentlich eher sozialer Natur und betreffen beispielsweise die Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde, die Regelschule oder das Amt für Migration.

→ Wählen Sie! Die Interviewreihe von TEC21 gibt politisch engagierten Baufachleuten unterschiedlicher Parteien das Wort. Alle Interviews finden Sie hier.


Welche Ziele wollen Sie in Ihrem aktuellen politischen Amt bzw. nach einer allfälligen Wahl in den Nationalrat erreichen?

Als Politiker muss man den Menschen dienen. Dazu gilt es Rahmenbedingungen zu vereinfachen und unnötige Bürokratie zu eliminieren.


Wie vermitteln Sie Ihre Ziele der Wählerschaft und anderen politischen Akteuren?

Ich bin auf den sozialen Medien und auf meiner eigenen Website sehr transparent und informiere nach jeder Session umfangreich über meine Arbeit.


Werden Sie gehört? Woran erkennen Sie das?

Auf jeden Fall. Ich bin im Kanton extrem gut vernetzt. Verbände, Behörden, Medienschaffende kennen und schätzen mich (meist). Zudem ist es grundsätzlich ein Vorteil, als Unternehmer politisch tätig zu sein. Dadurch hat man eine gewisse Unabhängigkeit, man ist meist niemandem Rechenschaft schuldig oder muss sich irgendwelchen Weisungen beugen.


Braucht es mehr Planungs- und Baufachleute, die sich politisch engagieren?

Das kann man pauschal nicht beantworten. Ich bin der Meinung, dass es mehr Unternehmer in der Politik braucht. Unternehmer denken unternehmerisch und eben nicht primär politisch. Und das tut der Politik zum Ausgleich ganz gut.

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