Stu­die: Rol­le von Ge­mein­den bei bür­ger­in­iti­ier­ten Al­ters­wohn­pro­jek­ten

Welche Rolle haben die Gemeinden bei bürgerinitiierten Alterswohnprojekten? Diese Frage hat das Institut für Politikwissenschaft der Universität Zürich im Auftrag der Age Stiftung untersucht. Die Studie zeigt, dass Entscheide von Gemeinden wesentlich den Verlauf und Erfolg solcher Projekte beeinflussen.

Publikationsdatum
16-01-2013
Revision
25-08-2015

Der demografische Wandel führt dazu, dass in den nächsten Jahren vielfältigere, altersgerechte Wohnformen gefragt sind. Bürgerinitiierte Alterswohnprojekte werden, ergänzend zu öffentlichen Angeboten, eine zunehmend wichtigere Rolle spielen. Unter bürgerinitiierten Alterswohnprojekten werden Vorhaben verstanden, die von Bürgerinnen und Bürgern lanciert und getragen werden, meist in der Absicht organisiertes Wohnen im Alter zu fördern. Gemäss der durchgeführten Befragung aller Deutschschweizer Gemeinden gibt es bei rund 30% solche Vorhaben, wobei der Anteil bei den grösseren Gemeinden deutlich höher ist als bei den kleinen. 

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass die Gemeinde wichtiger wird, je grösser ihr Engagement ist – finanziell, beratend, symbolisch. Dies führt für Bauträger von bürgerinitiierten Alterswohnprojekten mitunter zu einem Dilemma: Eine starke kommunale Einbettung kann solche Vorhaben zusätzlich unterstützen und damit wesentlich zur erfolgreichen Realisierung beitragen. Gleichzeitig verlieren gut eingebettete Projekte an Eigenständigkeit und sind den kommunalpolitischen Entscheidungsprozessen stärker ausgeliefert. Die Studie identifiziert drei zentrale Erfolgsfaktoren und drei bedeutende Hindernisse: 

Erfolgsfaktoren

  • Zusatznutzen schaffen: Vorhaben sind besonders dann erfolgreich, wenn sie neben dem eigentlichen Angebot weiteren Nutzen für die Gemeinde schaffen können (z.B. öffentliches Angebot im Sockelgeschoss, städtebauliche Aufwertung des Ortes). 
  • Starke Identifikation der Bevölkerung mit dem Projekt: Der Einbezug gut vernetzter Personen in die Projektorganisation oder eine passgenaue Abstimmung auf die lokalen Bedürfnisse verbessern die Erfolgschancen.
  • Zusätzliche Legitimität: Vorhaben, die über zusätzliche Glaubwürdigkeit verfügen, sind erfolgreicher; die Unterstützung seitens einer angesehenen Stiftung oder anderer Organisation kann dies befördern. 

Hindernisse

  • Finanzierungsprobleme: Der Erfolg eines bürgerinitiierten Alterswohnprojekts steht und fällt mit der Finanzierung.
  • Konflikte in der Gemeinde: Fehlt die Unterstützung durch die Bevölkerung oder führt das Projekt gar zu Konflikten, wird der Verlauf des Projekts behindert.
  • Fehlende Einbettung: Projektträger, die keinen Kontakt zur Gemeinde haben und/oder suchen, werden kaum Unterstützung seitens der Gemeinde bekommen. Je nach Projektverlauf ist jedoch der Support durch den Gemeinderat oder andere kommunale Gremien entscheidend. 

Weitere Beiträge stehen auf der Homepage der Age Stiftung bereit.