Sport­li­ches Dop­pel

Chilefeld Dagmersellen, neue Turnhalleneinheiten für Schule und Vereine

Für die Erweiterung der Schulanlage Chilefeld in Dagmersellen LU haben sich Bianca Anna Boeckle Architektur mit Studio David Klemmer mit einem Entwurf durchgesetzt, der das Raumprogramm auf zwei Baukörper verteilt.

Publikationsdatum
22-12-2021

Die Schulanlage Chilefeld in Dagmersellen LU soll durch eine neue Dreifach-Turnhalle mit Schulräumen erweitert werden. Die bestehenden Turnhallen «Kastanie» und «Föhre» sind sanierungsbedürftig und entsprechen mittlerweile weder in Grösse und Ausstattung den heutigen und zukünftigen Anforderungen. Das Ersatzneubauprojekt ermittelt die Gemeinde mithilfe eines Projektwettbewerbs.

Der Wettbewerb bedingte eine Holzbaukonstruktion, die eine Innovative und wirtschaftliche Lösung für die Dreifach-Turnhalle aufzeigte. Des Weiteren hatte die Wettbewerbsjury die Quartierverträglichkeit und Einbettung ins ortsbauliche Gefüge und die Gestaltung der Aussenräum zu bewerten. Das architektonische Gesamtkonzept war auf funktionale Qualitäten und Nutzungsflexibilität zu prüfen. Und bei den Themen Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, Unterhalt mussten die Projektierenden auf eine kostenbewusste Bauweise, kompakte Flächen und Bauvolumen, die Ökologie, die Umweltverträglichkeit bzgl. Materialisierung sowie auf die Funktionalität im Unterhalt und Betrieb achten.

Die Jury entschied sich einstimmig dafür, das Projekt «Zick Zack» zur Weiterbearbeitung zu empfehlen. In der Überarbeitung sollen sich die Projektierenden insbesondere mit sechs Punkten auseinandersetzen: Die Eingangssituation zur bestehenden Schulanlage ist freiräumlich unter Einbezug eines Landschaftsarchitekten zu präzisieren; der Standort der Zufahrt und der Umschlagplatz des Hauswarts, die Anordnung der Parkierung und der Fahrräder, die Formgebung des Aussengeräteraums, die Anordnung Schulleitung / Sekretariat; zudem muss die Zugänglichkeit des Pavillondachs für Mobilitätseingeschränkte nachgewiesen werden.

Sporthalle und Pavillon

Bianca Anna Boeckle Architektur mit Studio David Klemmer ergänzen in ihrem Siegerprojekt die Schulanlage von Dagmersellen mit zwei neuen Baukörpern. Der nordöstliche Bau bindet die Sporthalle am bestehenden Schulhaus an. Auf das zweite Gebäude, einen eingeschossigen Pavillon, platzierten die Planenden einen zusätzlichen Sportplatz. Der dafür notwendige Ballfang ist ein charakteristisches Merkmal des Entwurfs. Die Konstruktion des Pavillons aus Betonstützen und zwei massiven Kernen ermöglicht eine spätere Aufstockung mit Klassenzimmern in Holzbauweise. Der Ballfang nimmt dies als volumetrische Andeutung bereits vorweg. So generiert das Projekt einerseits einen Mehrwert mit der bespielbaren Dachfläche, andererseits ist die Option einer möglichen Aufstockung zukunftsfähig.

Weitere prägende Merkmale sind das umlaufende Vordach beim Pavillon und der auskragende Gebäudeteil bei der Sporthalle, wodurch die beiden Neubauten wie eine Einheit wirken.

Als Konstruktion für die Sporthalle schlugen die Planenden ein massives Erdgeschoss mit darüber liegendem Hallenkörper als Holzbau vor. Die Holzkonstruktion ist aus vertikalen Stützen und aussteifenden Diagonalen konzipiert. So entstehen vier Wände als raumfassendes Holzfachwerk, das in alle Richtungen aktiv aussteift. Ein Holzrahmen, bestehend aus vier 2 m hohen Brettschichtholzträgern, wird auf die Konstruktion aufgesetzt. 24 cm breite und 28 m lange Träger werden über die Kurzseite gespannt und bilden das Hallentragwerk. Die Holzkonstruktion ist einfach und klar konzipiert.

Die Jury bestätigt, dass das Projekt «Zick Zack» mit den bestehenden Bauten ein stimmiges Ensemble bildet und einen attraktive Aufenthaltsbereiche im Innen- und im Aussenraum schafft. Die präzise Setzung der Volumen, die organisatorisch überzeugende Nutzungsverteilung, die architektonische Ausformulierung der Bauten und die Wahl der konstruktiven Mittel zeugen von einer sorgfältigen und stimmigen Lösung für die Erweiterung des Chilefelds Dagmersellen.

Jurybericht und Pläne auf competitions.espazium.ch

Auszeichnungen

 

1. Rang / 1. Preis: «Zick Zack»
Bianca Anna Boeckle Architektur, Zürich; Studio David Klemmer, Zürich; Ferrari Gartmann, Chur

 

2. Rang / 2. Preis: «Folia Ligni»
B2G Architekten, Sempach; Pirmin Jung Schweiz, Rain; Christoph Wey Landschaftsarchitekten, Luzern

 

3. Rang / 1. Ankauf: «Birnbaum Birke Berberitze»
Atelier Brandau Ciccardini Architekten, Luzern; Makiol Wiederkehr, Beinwil am See; Fahrni Landschaftsarchitekten, Luzern; Olos, Baar

 

4. Rang / 3. Preis: «Null-Punkt»
Onur Özman, Zürich; Mario Monotti Ingegneri Consulenti, Locarno; Düring HLKS Engineering, Zürich

 

5. Rang / 2. Ankauf: «Stabwerk»
Dorji Studer Architekten, Luzern; Holzprojekt Ingenieure & Planer, Luzern; Tagmar, Dagmersellen; Neutroplan, Sursee; Beratende Ingenieure Scherler, Baden; Stadtlandschaft, Zürich; Tom Schmid, Schaffhausen

 

6. Rang / 4. Preis: «Papillon»
Pascal Wassmann Architekten, Zürich; Timbatec Holzbauingenieure Schweiz, Zürich; Antón Landschaft, Zürich

Fachjury

 

Norbert Truffer, Architekt, Luzern (Vorsitz), Esther Deubelbeiss, Architektin, Luzern, Thomas Lussi, Architekt, Luzern, Daniel Indermühle, Architekt, Thun, Monika Schenk, Landschaftsarchitektin, Zürich (Ersatz)

 

Sachjury

 

Markus Riedweg, Gemeindepräsident, Dagmersellen, Astrid Meier, Gemeinderätin Ressort Bau, Dagmersellen, Thomas Graber, Gesamtschulleiter, Dagmersellen, Judith Fölmli, Präsidentin Bildungskommission, Dagmersellen (Ersatz)