Per­for­mance Gap: Kön­nen Häu­ser al­les?

Publikationsdatum
29-09-2017
Revision
25-10-2017

Das Haus ruht, das Haus atmet, das Haus schwitzt, das Haus strahlt, das Haus genügt sich selbst – und, daran kommt inzwischen fast keines mehr vorbei: Das Haus spart Energie. Ein modernes Gebäude muss offensichtlich viele Wunderdinge leisten, liest man sich durch die Projektbeschreibungen, die meist unaufgefordert im Briefkasten dieser Redaktion landen. Vereinzelt vermögen die Einsendungen zu überraschen, mehrheitlich aber lösen sie Skepsis aus. Zum einen stört das Vokabular: Ein Haus als handelndes Subjekt und lebendigen Organismus gibt es effektiv nicht. Und zum anderen weckt die vertiefte Lektüre nicht nur sprachliche, sondern auch sachliche Zweifel an solchen Alleskönnern.

Das Risiko besteht darin, dass die Grenzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit und zwischen Idee und Realisierung verschwinden. Umso häufiger geschieht dann, was seit Kurzem nicht nur Energie- und Gebäudetechnikplaner ratlos macht: Die energetische Leistung neuer und erneuerter Häuser wird bisweilen überschätzt; der Performance Gap beschreibt diese neu entdeckte Kluft zwischen Planungsziel und Betriebsalltag. Am Gebäudetechnikkongress, den die grossen Planerverbände diesen Oktober in Luzern erstmals organisieren, wird der Gap ausführlich besprochen. Dabei ist es unabdingbar, sich damit auseinanderzusetzen, wie Ziel und Realiät in der interdisziplinären Gebäudeplanung einander möglichst nahe zu bringen sind. Über das Ergebnis werden wir in TEC21 51–52/2017 berichten.

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