Die Stell­schrau­ben der Nach­hal­tig­keit

Foundation Award 2026

Auszeichnung Kategorie «Innovation»

Publikationsdatum
27-04-2026
Isabel Borner
Redaktorin Umwelt/Energie und Architektur espazium magazin

Das Basler Büro Malheur&Fortuna untersucht die Rahmenbedingungen von Architektur und Städtebau. Fünf Personen arbeiten an Projekten, die sich mit den konkreten Potenzialen von Infrastrukturen und der gebauten Umwelt beschäftigen, wie dem weltweit ersten 100-Meter-Naturpool in einer alten Eisenbahnrampe, der Transformation eines der grössten städtischen Logistik-Hubs der Schweiz, Forschungsarbeiten über den Wandel von Kläranlagen oder zum Leerstand von Kirchen.

Im präsentierten Projekt erstellten Malheur&Fortuna auf einer Webplattform ein digitales Modell eines gebauten Basler Stadtteils, das sich folgenden Fragen widmet: Wie gross sind die verbauten CO2-Ressourcen im Basler Norden? Mit welchen Massnahmen kann Basel-Stadt das Bauen im Bestand fördern und Emissionen einsparen? Im gewählten Perimeter soll das Modell Fehlanreize und Widersprüche der heutigen Gesetzgebung aufzeigen. Es berechnet automatisch die graue Energie von Gebäuden und identifiziert Gebiete mit grossem Potenzial für Veränderungen. Mittels dynamischer Anpassungsmöglichkeiten kann es Änderungen des Basler Baugesetzes jederzeit aufnehmen. Das Modell soll zunächst zu priorisierende Bautypen und Fokusgebiete ausfindig machen und anschliessend Empfehlungen zu gezielten Anpassungen am Baugesetz geben. Als adaptierbares Datenmodell lässt es sich auf sämtliche Schweizer Gemeinden und Kantone anwenden. Als Querdenker drehen Malheur&Fortuna an den Stellschrauben, die Städte und Gebäude mit hoher Lebensqualität überhaupt erst möglich machen. Und so schaffen sie die Basis, um Strukturen zu verändern, an denen gute und nachhaltige Projekte oft scheitern.

www.malheur-fortuna.ch

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