Wiederverwendung als Selbstverständlichkeit
Foundation Award 2026
Nominierung Kategorie «Ungebautes Projekt»
Eine Fassade mit grauem Wellblech, grauem Welleternit oder Betondecken eines ehemaligen Parkhauses – der Stil des bereits sehr bekannten Büros Parabase ist radikal, fast schon brutalistisch. Selbstbewusst setzt es wiederverwendete Bauteile ein und entwickelt daraus seine Entwurfshaltung.
So schreibt es: «Konstruktion, Material und Ausdruck werden gemeinsam entwickelt. Die architektonische Erscheinung ergibt sich direkt aus der konstruktiven Logik und dem Umgang mit vorhandenen Ressourcen.» Aktuell baut Parabase in Basel eine Siedlung mit 155 Wohnungen aus wiederverwendeten Schienen und Schwellen der SBB. Ebenfalls in Ausführung und in Basel befinden sich neun Neubauten aus wiederverwendeten Bauelementen, die rund 100 preisgünstige Wohnungen, ein Migrationszentrum und zusätzliche 50 Wohnungen beinhalten – Mehrfamilienhaus Elementa, Walkeweg.
Im Zentrum des Wettbewerbsprojekts San Bernardino steht ein Tragwerk aus zehn wiederverwendeten Skiliftstützen sowie 54 einfachen Holzträgern. Es sollten 15 hochwertige Wohnungen im alpinen Raum entstehen. Der Vorschlag folgt der natürlichen Topografie mit minimalen Erdarbeiten, um den Einsatz von Ortbeton zu reduzieren sowie Baukosten und CO₂-Emissionen zu senken. Hier wird die Bauwende spürbar. Und zwar nicht in zaghaften Utopien, sondern in selbstbewusstem Umsetzen.
www.parabase.eu