In­di­vi­du­el­ler Stan­dard

Atelierhaus, Fukuoka (Japan)

Foundation Award 2026: Nominierung «Gebautes Projekt»

Publikationsdatum
27-04-2026
Isabel Borner
Redaktorin Umwelt/Energie und Architektur espazium magazin

Statistiken zeigen, dass nur etwa 4 % der Neubauten in Japan von Architekturbüros geplant werden. Der überwiegende Teil der Wohnhäuser entsteht durch so genannte Housemaker (grosse Konzerne, die standardisierte und optimierte Fertighäuser herstellen) und Bauunternehmer, die Planung und Bau gleichzeitig übernehmen. Das Haus ist dabei kein Unikat mehr, kein bauherrn- und ortsspezifisches Bauwerk. Das in Chur und Tokio ansässige atelier tsu möchte diese Situation verändern und dem Haus seine Individualität und seine kulturelle Bedeutung zurückgeben.

Das eingereichte Projekt ist ein Wohnhaus mit angeschlossenem Friseursalon für eine dreiköpfige Familie in Fukuoka, Japan. Bei einem Baukostenlimit von 20 Mio. Yen (≈ 0.1 Mio. CHF, etwa 1/3–1/2 des Budgets eines vergleichbar grossen Wohnhauses) und der Kombination aus Wohnhaus und Friseursalon war eine hochgradig rationale und kostenbewusste Planung erforderlich. Die präzise Überprüfung und subtile «Neuedition» standardisierter Wohnhausbauteile in Zusammenarbeit mit erfahrenen handwerklichen Fachkräften führte zu einer ungewöhnlichen, eigenständigen räumlichen Wahrnehmung. 

Das Projekt ist exemplarisch, weil es auf unkonventionelle Weise industriell gefertigte Bauteile mit Handwerkskunst sowie kostengünstiges Bauen mit hochwertiger Gestaltung verbindet. 

atelier-tsu.ch

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