Zirkulär entwerfen
Foundation Award 2026
Auszeichnung Kategorie «Ungebautes Projekt»
Nuar Architekten beeindrucken mit ihrer klaren Haltung zum zirkulären Bauen und deren Umsetzung im Entwurf. Jeder der drei Wettbewerbsgewinne ist einem anderen Thema der Nachhaltigkeit gewidmet und dekliniert dieses konsequent durch: Die kompakte Typologie und ein konsequentes Low-Tech-Konzept bringen den Betrieb der Berufsschule Bülach mit minimalem Ressourceneinsatz in Einklang. Ein innovatives, sichtbares Tragsystem aus wiederverwendeten Bauteilen in Verbindung mit einem Hourdis-Deckensystem aus Schienen- und Rohrprofilen prägt Statik und Erscheinung.
Das in Lehm-Stahl-Holz-Hybridbauweise konzipierte Schulhaus in Wil generiert einen minimalen Fussabdruck bei maximaler räumlicher Qualität. Im dreigeschossigen Volumen fördern sechs gleichwertige Cluster Übersichtlichkeit und pädagogische Gleichberechtigung. Diese Struktur bietet eine robuste Grundlage für unterschiedlichste zukünftige Unterrichtsformen und gewährleistet damit eine hohe langfristige Flexibilität.
Auch die Erweiterung Primarschule und Kindergarten Zuoz führt mit ihrem kleinen Fussabdruck zu einem sparsamen Umgang mit dem Boden. Das äusserst kompakte Volumen ermöglicht minimale Energieverluste und eine niedrige Betriebsenergie. Um die Erstellungsenergie zu reduzieren, werden Masten von stillgelegten Skiliften in das Tragwerk integriert. Seine ikonografische Dachform verortet das Gebäude im Kontext und bietet den Schülern lichtdurchflutete Räume.
Durch die Verbindung traditioneller Bauprinzipien mit zirkulären Logiken entwickelt nuar eine Sprache, welche die Transformation der gebauten Umwelt nicht nur begleitet, sondern gestaltet. Bleibt zu hoffen, dass die Projekte so mutig gebaut werden, wie sie gedacht waren.
nuar.ch