Aus­ge­zeich­ne­te Ber­ner Bau­sub­stanz

Bern hat prämiert: Anfang Dezember vergab die Stadt in kleinem Rahmen sieben Preise an fünf Preisträger für den vorbildlichen Umgang mit wertvoller Bausubstanz in der Berner Altstadt. Es handelte sich um die 17. Ausgabe des Dr. Jost-Hartmann-Preises, der alle zwei Jahre vergeben wird.

Publikationsdatum
10-12-2020

Berns Stadtpräsident Alec von Graffenried würdigte bei der Ehrung das Engagement für eine lebendige Altstadt mit hoher Wohn-, Arbeits- und Freizeitqualität. Die Altstadt bestehe nicht aus Standard-Immobilien und es brauche zu deren Erhalt und Weiterentwicklung nebst unterschiedlichsten Kompetenzen auch den persönlichen Einsatz und Willen der Beteiligten: «Die ausgezeichneten Projekte zeigen, dass es vielfältige Wege gibt, unsere Altstadt zu erhalten und in die Zukunft zu tragen.»

Gleichzeitig betonte Alec von Graffenried die Bedeutung einer professionellen Denkmalpflege: «Bauen und Sanieren im UNESCO-Weltkulturerbe ist Teamarbeit. Die Denkmalpflege vermittelt Know-how und berät Bauherrschaften, Planende und Unternehmungen in der Projektierungs- und Ausführungsphase. So kommen herausragende Ergebnisse zustande, wie sie heute mit dem Dr. Jost-Hartmann-Preis ausgezeichnet werden».

Verliehen wird der Preis durch die Stadt Bern. Als Jury fungiert die Denkmalpflegekommission der Stadt Bern. Trotz der vielen Unsicherheiten in diesem Jahr konnte sie alle Eingaben konform mit den Statuten des Dr. Jost Hartmann-Preises prüfen und sieben Preisträgerinnen und Preisträger bestimmen:

  • Antonio Pungitore, Stuckateur: für die technisch und handwerklich äusserst anspruchsvolle Wiederherstellung der einzigartigen Raumausstattung im Casino Bern.
     
  • Gemeinnützige Baugenossenschaft Bern, Bauherrschaft: Für die beispielhafte Erneuerung der Schifflaube 50 und 52, bei der sie stets grosse Verantwortung und Umsicht im Umgang mit der historischen Bausubstanz gezeigt hat.
     
  • Andreas Maeschi, Architekt: für die umsichtige, vorbildliche und stets auf den historischen Baubestand angestimmte Sanierung und Wiederherstellung des Hauses Rathausgasse 12.
     
  • Matthias Kilchhofer, Restaurator: für die Sanierungsarbeiten am ‹Zytglogge›, bei der die bauhistorische Recherchearbeit im Vorfeld ebenso zu würdigen ist wie die geleistete Arbeit in der Praxis sowie für die auf der Basis einer sorgfältigen Untersuchung vorgenommene Wiederherstellung der bauzeitlichen Kassettendecke im ehemaligen Direktionszimmer des Bankengebäudes am Bubenbergplatz 3.
     
  • Campanile & Michetti, Architekturbüro: für die auf langjähriger Erfahrung basierende, mit Sachkenntnis und Engagement geplante und umgesetzte Gesamtsanierung des Casinos Bern sowie für die hervorragende Gesamtsanierung der Gebäude Schifflaube 50 und 52, bei der die originalen Architekturelemente und die lebhafte Farbigkeit wiederhergestellt werden konnten

Weiterlesen: Zu den Arbeiten am Casino Bern siehe auch «Da capo für das Casino Bern» in TEC21 44/2019.

 E-Dokumentation

Die Publikation zum Preis erscheint dieses Jahr neben einer kleinen Auflage gedruckter Exemplare erstmals als E-Paper. Die Denkmalpflege stellt darin die prämierten Objekte sowie die wichtigsten Massnahmen vor.

 

Das E-Paper ist zusammen mit weiteren Informationen zum Preis auf der Webseite der Denkmalpflege zu finden: www.bern.ch/denkmalpflege.

Dr. Jost-Hartmann-Preis

Vor über dreissig Jahren vermachte der Jurist Dr. Jost Hartmann der Stadt Bern einen Teil seines Vermögens, damit diese die «am besten renovierten Häuser in der Altstadt von Bern» auszeichnen kann.

 

Der Preis geht nicht an Gebäude, sondern an die Menschen oder Institutionen, die sich für deren sorgfältige Weiterentwicklung besonders eingesetzt haben. Bauherrschaften oder Architekten können genauso ausgezeichnet werden, wie Restauratoren oder spezialisierte Unternehmen.

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