Ja­pans In­ter­esse an der Schwei­zer In­ge­nieur­bau­kunst

Aus den Berufsgruppen: Ingenieurbau

Japan bekundet Interesse an der hiesigen Bautradition und sieht sie als Inspirationsquelle für die eigene Entwicklung. Ein Austausch zwischen den Kulturen macht die Errungenschaften bewusst.

Date de publication
20-10-2016
Revision
21-10-2016

Die Schweizer Botschaft in Tokio organisierte mehrere Treffen zwischen Medienschaffenden und Berufskollegen der beiden Länder. Ich selber durfte an zwei Treffen teilnehmen und­ zusammen mit Daniel Meyer die ­Berufsgruppe der Ingenieure vertreten. Angesichts aktueller Gross­projekte konnten wir als Vertreter der Pro­tagonisten voller Stolz die Schweizer Ingenieurbaukunst präsentieren: den Gotthard-Basistunnel, die dritte Bosporusbrücke und viele weitere Projekte, die von Schweizer Bauingenieuren entworfen und gebaut wurden. Es war sozusagen ein Werkstattbericht des aktuellen schweizerischen Inge­nieursschaffens, gefüllt mit gross­artigen Trouvaillen. 

Imponiert haben unseren japanischen Berufskollegen vor allem die gezielte und sorgfältige Einbettung von Infrastrukturbauten in die Landschaft sowie der interdisziplinäre Austausch auf Augenhöhe zwischen Architekten und Ingenieuren. Sie selber blicken auf einen raschen Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg ohne Rücksicht auf architektonische Ansprüche und landschaftliche Einpassung, zurück. 

Erstaunt waren sie insbesondere über die offene und transparente Wettbewerbskultur bei öffentlichen und privaten Bauherren. Auch Japans Architekten nutzen rege diese Möglichkeit in der Schweiz und sind somit hierzulande häufig mit ihren Bauwerken anzutreffen, wie Projekte von Riken Yamamoto, Shigeru Ban oder Sanaa Architekten belegen. 

Der interkulturelle Austausch mündete in einer Ausstellung in Tokio sowie mehreren Medienberichten in der Tages- und Fachpresse. Die Ausstellung mit dem Titel DOBOKU im 21_21 Museum in Tokio thematisierte diesen August die Schweizer Bauingenieurkunst als Inspirationsquelle und Reflexions­möglichkeit für kommende Bauaufgaben in Japan. 

Dieser Austausch machte mir bewusst, welche Errungenschaften – aufgebaut über mehrere Dekaden – unsere Baukultur geprägt und zu einer qualitativ hochstehenden Bautradition geführt haben. Auch wenn wir selber diese Errungenschaften und unsere Baukultur nicht zu schätzen wissen – von ­aussen erscheint es immer noch als kleines Paradies. Tragen wir Sorge dazu und pflegen wir diese Pla-nungs- und Baukultur! Kreieren wir Bedingungen, die die Freude an der Arbeit fördern und zu Höchstleistungen motivieren – der Rest kommt von allein.

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