Pla­nungs­sek­tor: zag­haf­te Ver­bes­se­rung der Er­trags­la­ge

Die KOF-Konjunkturumfrage vom Oktober zeigt eine mehr oder weniger unveränderte Geschäftslage der Planungsbüros seit Anfang Jahr. Die Erwartungen der Büros für die Geschäftslageentwicklung im kommenden halben Jahr bleibt verhalten optimistisch.

Publikationsdatum
12-11-2025

Im Planungssektor hat sich die Beurteilung der Geschäftslage seit der letzten Befragung nicht verändert – so die aktuellen Ergebnisse der KOF-Konjunkturumfrage vom Oktober 2025. Das ist erfreulich. Weniger erfreulich ist hingegen, dass sich der Auftragsbestand in den vergangenen Monaten leicht negativ entwickelt hat. 

Zudem melden die befragten Planungsbüros, dass ihre erbrachte Leistung in den vergangenen drei Monaten weniger stark gestiegen ist als in den vergangenen drei Monaten. Bei der Entwicklung der Ertragslage zeichnet sich allerdings eine zaghafte Verbesserung ab. Beim Personal hat es seit der Juli-Befragung keinen Aufbau gegeben. Die Beschäftigtenzahl wird somit nach wie vor als deutlich zu tief eingeschätzt: 47% der Büros nennen den Mangel an Arbeitskräften als Leistungshemmnis.

Der Ausblick für die Geschäftslageentwicklung in den nächsten sechs Monaten bleibt verhalten optimistisch: 12% der Büros rechnen mit einer Verbesserung ihrer Geschäftslage, 83% mit keiner Veränderung und knapp 6% mit einer Verschlechterung. Darüber hinaus rechnen 7% der Planungsbüros mit steigenden Preisen in den nächsten drei Monaten, 89% mit gleichbleibenden und knapp 5% mit sinkenden Preisen.

Architekturbüros bleiben verhalten optimistisch

Die Architekturbüros revidieren ihre Einschätzung der gegenwärtigen Geschäftslage seit der Befragung im Juli kaum. Allerdings hat die Entwicklung der Leistungserbringung und des Auftragsbestands an Dynamik eingebüsst. Insbesondere im Urteil über die jüngste Auftragsentwicklung hat es eine scharfe Abwärtskorrektur gegeben. Gleichzeitig hat sich die Bausumme in den neu abgeschlossenen Verträgen weniger stark aufgebaut als zuvor. Der Anteil der Architekturbüros, der eine ungenügende Nachfrage als Leistungshemmnis nennt, ist von 28% im dritten Quartal auf 30% im Oktober gestiegen. In den Erwartungen für die kommenden Monate bildet sich der schwächelnde Auftragsbestand bisher nicht ab. Die Erwartungen für die Nachfrage, die zu erbringende Leistung, die Ertragslage sowie die Beschäftigtenzahl werden kaum revidiert und bleiben verhalten optimistisch.

Ertragslageerwartungen der Ingenieurbüros hellt sich auf

Auch die Ingenieurbüros beurteilen die gegenwärtige Geschäftslage im Vergleich zur Juli-Befragung unverändert. Obwohl die Dynamik bei der jüngsten Nachfrageentwicklung im Vergleich zum Juli etwas zugelegt hat und der Anteil der Büros, der eine ungenügende Nachfrage als Leistungshemmnis meldet, kleiner geworden ist, hat die Leistungserbringung in den vergangenen drei Monaten leicht an Dynamik eingebüsst. 

Der Anteil der Ingenieurbüros, der zurzeit keine Leistungshemmnisse beklagt, hat sich im vierten Quartal auf 22% erhöht. Vor einem Jahr lag der Anteil bei 18%. Nach wie vor nennen aber 54% der Büros den Mangel an Arbeitskräften als akutes Hemmnis. 

Für die kommenden sechs Monate revidieren die Ingenieurbüros ihre verhalten optimistischen Erwartungen für die Geschäftslageentwicklung sowie für die Nachfrageentwicklung und die Leistungserbringung kaum. Dafür hellen sich die Ertragslageerwartungen seit dem zweiten Quartal stetig auf.

Schweizer Wirtschaft fasst wieder Tritt

Die stabile Geschäftslage im Oktober reflektiert auch der KOF-Geschäftslageindikator für die Schweizer Privatwirtschaft. Dieser berechnet sich aus den Rückmeldungen von 4’500 Unternehmen auf die KOF-Konjunkturumfrage. Laut der Medienmitteilung der KOF vom 5. November 2025 steigt der Geschäftslageindikator im Oktober deutlich und erreicht damit den Stand vor der Erhöhung der US-Zölle auf Schweizer Waren im Juli. 

Auch die Erwartungen der Unternehmen für die Geschäftsentwicklung im kommenden halben Jahr sind wieder zuversichtlicher. Und zwar so zuversichtlich wie seit dem Frühjahr dieses Jahres nicht mehr – insbesondre gilt das für das Baugewerbe, den Detailhandel, den Grosshandel, die Finanz- und Versicherungsdienstleistungen sowie für die übrigen Dienstleistungen. 

Auch im verarbeitenden Gewerbe, im Planungssektor und im Detailhandel steigt die Zuversicht. Nur das Gastgewerbe schätzt die Geschäftserwartungen etwas weniger rosig ein. Summa summarum beurteilt die KOF diese Entwicklung als «wieder Tritt fassen der Schweizer Wirtschaft» – was ein erfreulicher Abschluss des vierten und letzten Quartals in diesem Jahr darstellt.

Der Rohtext dieses Artikels stammt von der Konjunkturforschungsstelle der ETH (KOF) und wird mit persönlichen Gedanken zum wirtschaftlichen Geschehen ergänzt von Susanne Schnell, Fachspezialistin Kommunikation/Themenmanagerin beim SIA; susanne.schnell [at] sia.ch (susanne[dot]schnell[at]sia[dot]ch)

 

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