Vornehme Zurück-Haltung
Umbau Siza-Halle und Sanierung Fotostudio Frei, Weil am Rhein; studio ne, Basel
Foundation Award 2026: Nominierung Kategorie «Gebautes Projekt»
Weiterbauen bedeutet für studio ne, Gebäude als offene Orte des Lernens, des Austauschs und der Kultur neu zu verankern – nicht durch sichtbare Autorenschaft, sondern durch präzise Zurückhaltung als architektonische Haltung.
Und das zeigt sich in den zwei eingereichten Projekten, die Ikonen der Moderne sanieren und erweitern. Die Fabrikhalle von Álvaro Siza auf dem Vitra-Campus in Weil am Rhein wurde 1994 erstellt. Das Gebäude, das einst der Metallfertigung diente, wurde für neue Zwecke umgenutzt, unter anderem als Architekturhochschule des Lands Baden-Württemberg. Studio ne entwickelte einen zweigeschossigen Holzeinbau, der die architektonische Logik des Bestands weiterführt und sich an den Prinzipien von Álvaro Siza orientiert – Einfachheit, Präzision und Funktionalität.
Das Fotostudio Frei in Weil am Rhein zählt zu den Frühwerken von Herzog & de Meuron (1982) und reflektiert ihre experimentelle Auseinandersetzung mit Form, Material und Licht. Nach über 40 Jahren wurde das denkmalgeschützte Fotostudio behutsam saniert und für eine offene Nutzung transformiert – mit besonderem Fokus auf die Rückführung und Wiederherstellung der ursprünglichen Raumqualitäten, die im Laufe der Zeit verlorengegangen sind.
Die Zurückhaltung des Architekten Florian Stroh, die eine starke Haltung ist, nimmt bei den Umbauten physische Form an. Dabei zeigt sich, dass der Autor die Sprache der Ikonen versteht und sie mit durchaus selbstbewusster gestalterischer Virtuosität einzusetzen weiss.
www.studio-ne.ch