Brücke in die Praxis

Am SIA-Stand an regionalen Berufsmessen gewinnen viele Schüler zum ersten Mal eine konkrete Idee von einem der Planerberufe.

Unser Stand befand sich im technischen Teil der Messe; ein nicht allzu grosser U-förmiger Tresen, der jedoch seinen Zweck bestens erfüllt. Neben anderem verteilen wir Infomaterial über den Beruf Zeichner EFZ, an die Schüler, die mehr über diesen Beruf erfahren wollen. Viele von ihnen sind sich noch gar nicht sicher, wo genau sie beruflich hinwollen. Meiner Meinung nach ist es auch nicht leicht, mit 14 oder 16 Jahren zu entscheiden, welchen Beruf man später ausüben möchte.

Manche Schülerinnen und Schüler standen schüchtern am Stand und wussten erst mal gar nicht, was sie fragen sollten. Jene, die ungefähr wissen, was sie interessiert, fragten überwiegend die am Stand anwesende Architektin; von den Ingenieurberufen haben wohl viele noch keine rechte Vorstellung – und dementsprechend auch keine konkreten Fragen. Allerdings bestaunten fast alle unser Modell der für das Winterthurer Techno­rama geplanten «Wunderbrücke». 

Am Stand lernte ich Melanie Spicher kennen. Sie wirkte mit an der Standbetreuung, ist bei der ­Curty + Marty AG in Düdingen Lernende im dritten Lehrjahr und lernt Tiefbauzeichnerin EFZ. Ich konnte sie alles über die Messe und ihren Beruf fragen. 

Zwischen Bildschirm und Baustelle 

An ihrem Beruf gefällt ihr, zusehen zu können, wie Projekte, die sie am Computer bearbeitet hat, später baulich umgesetzt werden. Teil ihrer Tätigkeit ist es, sporadisch die Baustellen zu besuchen und vor Ort die Armierung und die Dichte zu kon­trollieren. Falls dort etwas nicht mit den Vorgaben des gezeichneten Plans übereinstimmt, spricht sie mit dem Polier vor Ort, um gemeinsam  eine Lösung zu finden. Ihr gefällt die Vielfalt der Bauwerke und Bauweisen: Stahlbetonbau, Verkehrsbau, Wasserbau, Holzbau und die Vermessung. Einen Tag pro Woche besucht sie die Berufsschule. Ihr Lieblingsfach ist Mathematik. Nach der vierjährigen Lehre möchte sie die BMS (Berufsmatura) nachholen und dann an der Fachhochschule Ingenieurbau oder Geologie studieren.

Am Stand fiel ihr auf, dass sich relativ viele Schüler für die Hochbauzeichnerlehre interessierten, der Beruf des Tiefbauzeichners aber nur bei wenigen Interesse weckte. Umso mehr freute es sie, ihr Wissen über die Berufspraxis den neugierigen Schülern weiterzugeben.

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