Neue Impulse für den SIA

Die Stadtplanerin Ariane Widmer Pham und die Architektin Anna Suter sind neu in den SIA-Vorstand gewählt worden. Beide haben bereits die Agenda für ihr künftiges Engagement definiert. ­

An der Delegiertenversammlung vom 23. Mai 2014 in Solothurn wurden zwei Architektinnen neu in den 12-köpfigen SIA-Vorstand gewählt: die Bernerin Anna Suter und die in Lausanne tätige Stadtplanerin Ariane Widmer Pham. Mit den beiden Neubesetzungen entspricht der SIA der eigenen berufspolitischen Zielsetzung, den Frauenanteil an den Schaltstellen der Planungsbranche deutlich zu erhöhen. 

Anna Suter ist Inhaberin des Berner Architekturbüros Suter + Partner. Ihre architektonische Ausbildung erwarb sie an der EPF in Lausanne und der ETH Zürich. Sie ist regelmässig als Wettbewerbsjurorin tätig und zudem Mitglied des Fachausschusses für Bau und Umwelt der Stadt Thun. Im Vorstand tritt sie die Nachfolge des scheidenden Pius Flury an.

Bevor Anna Suter 2003 das von ihrem Vater gegründete Büro übernahm, war sie u. a. im Büro von Adolf Krischanitz in Wien tätig. Ihre Leidenschaft gehört dem Bauen im Bestand, namentlich der denkmalgerechten Sanierung von Gebäuden der 1960er- und 1970er-Jahre; entsprechende Projekte ihres Büros wurden mehrfach ausgezeichnet. «Beim Bauen im Bestand hat man viel grössere kreative Spielräume, als die meisten denken – das möchte ich jungen Architekten gerne vermitteln», sagt Suter. «Die Entwicklung solcher Projekte ist eine sehr entwurfsintensive und spannende Sache.» 

Ariane Widmer Pham ist Geschäftsführerin des Büros Schéma directeur de l’Ouest lausannois (SDOL) mit neun Mitarbeitenden. Das von acht Umlandgemeinden am Westrand von Lausanne betriebene Stadtentwicklungsbüro wurde 2003 mit dem Ziel einer koordinierten Gebietsentwicklung gegründet. Im Jahr 2011 erhielt es für sein Vorgehen den Wakkerpreis des Schweizer Heimatschutzes. Seit rund 25 Jahren ist die Stadtplanerin erfolgreich an der Schnittstelle zwischen Raumplanung, Städtebau und Architektur tätig. 

Die in Sion geborene Walliserin absolvierte ihr Architekturdiplom bei Luigi Snozzi an der EPFL. Nach dem Studium schärfte sie ihr fachliches Profil bei «Z-Architects» in Sierre und Lausanne, wandte sich jedoch später mehr und mehr stadtplanerischen Aufgaben zu. Nach einigen Jahren in der Raumplanungsbehörde des Kantons Waadt wechselte sie 1999 zur technischen Direktion der Expo.02. Gemeinsam mit ihrem Mann Nicolas Pham betreibt sie zudem das Architektur- und Raumplanungsunternehmen A + U + A in Lausanne. 

Mit ihrem Engagement gegen unkontrollierte Zersiedlung und ihrer Erfahrung in der Agglomerationspolitik betätigt sich Ariane Widmer Pham auf einem Feld, das dem SIA ein besonderes Anliegen ist. «Wir müssen vom sektoralen, zweidimensionalen Denken in der Planung wegkommen», erklärt Widmer Pham. Planung könne heute nur erfolgreich sein, wenn sie geografisch, aber auch thematisch übergreifend arbeite. «Die Zukunft der Planung ist interdisziplinär, sie gehört integrativen Lösungsmodellen.»

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