Raum als Form der The­ra­pie

Ersatzneubau Psychiatrischen Uniklinik, Cery-Prilly

Der Umbau der Psychiatrischen Uniklinik in Cery-Prilly durch C/C/L Architetti betrachtet das Gebäude nicht einfach als neutralen Behälter, sondern als integralen Bestandteil des therapeutischen Prozesses: Die Anordnung der Räume, das Licht und der Dialog mit der Landschaft werden zu aktiven Instrumenten der Heilung.

Date de publication
05-11-2025

Der Originalartikel «Spazio come forma di terapia» wurde von Hind Al-Shoubaki und Stefano Zerbi verfasst und ist in Archi 05/2025 erschienen.

 

Diese Zusammenfassung wurde von KI Claude erstellt, von DeepL übersetzt und von den Redaktionsteams von espazium - Der Verlag für Baukultur überprüft.


Das in zwei Phasen (2020 und 2023) realisierte Projekt ersetzt die Ende der 1950er-Jahre erbaute Klinik durch einen neuen Komplex mit 168 Betten, der das Verhältnis zwischen Pflege und Architektur neu definieren soll. 

Eines der Hauptziele war es, die institutionelle Atmosphäre zu überwinden, die psychiatrische Einrichtungen oft prägt. Das Gebäude öffnet sich durch grosse Fensterfronten, fliessende Wege und grosszügige Terrassen zum Park hin. Die Aufhebung der physischen Abschottung wird zu einer symbolischen und zugleich praktischen Geste, die die schrittweise Wiedereingliederung der Patienten in das aktive Leben fördert. 

Im Inneren sind die hellen Gemeinschaftsräume und Besprechungszimmer nach aussen ausgerichtet, wodurch die kollektive Dimension im Mittelpunkt bleibt, während das Patientenzimmer nicht mehr der einzige Ort des täglichen Lebens ist. Der Übergang von Mehrbettzimmern zu Einzel- und Doppelzimmern ermöglicht Intimität, während Gemeinschaftsbereiche die Nähe und den Dialog zwischen Patienten und Personal fördern.

Wo möglich: Übergange statt Grenzen

Die Räume ausserhalb der Zimmer sind nicht mehr fragmentiert, sondern durchgängig, was eine freie Bewegung innerhalb eines sicheren und übersichtlichen Umfelds ermöglicht. Sorgfältig gestaltetet Schwellen vermeiden starre Trennungen: Die Flure übernehmen die Rolle informeller Lebensräume, die Aufenthaltsräume verlängern sich in die Gärten, die Terrassen lassen die Grenzen zwischen Pflege und häuslichem Alltag verschwinden. So entzieht sich das Gebäude dem «Krankenhaus-Effekt» und schafft stattdessen eine Wohnatmosphäre.

Auch die Fachabteilungen folgen derselben Logik der Öffnung und Normalisierung. Die geschützten Abteilungen für Patienten, die sich in therapeutischer Behandlung befinden, verbinden das Bedürfnis nach Sicherheit mit Räumen für Sport, Ateliers und sozialpädagogischen Aktivitäten, da Schutz und Wiedereingliederung notwendigerweise nebeneinander bestehen müssen. 

Die geschlossene Abteilung für Minderjährige bietet personalisierte Behandlungen in einem grosszügigen, nicht stigmatisierenden Raum, während die Kriseneinheit mit Tag- und Nachtbetrieb die notwendige Flexibilität garantiert, um auf Notfälle reagieren zu können. Jedes Programm basiert auf einer Konfiguration, die Autonomie, Bewegungsfreiheit und Teilnahme am Gemeinschaftsleben fördert.

Materialität des Wohnens

Die Wahl der Materialien und Räume verstärkt diese häusliche Dimension. Das natürliche Licht wird durch Glasfassaden und Oberlichter verstärkt; warme Oberflächen sorgen für eine vertraute Haptik; Gärten und Terrassen verlängern den Innenraum nach aussen. Diese Massnahmen verwandeln das Gebäude in einen sozialen Raum, in dem Gebrechlichkeit nicht ausgegrenzt, sondern angenommen wird und in dem sich die Patienten eher als Bewohnende denn als Gäste einer Einrichtung fühlen.

Die neue Abteilung definiert die psychiatrische Infrastruktur neu als Ort des Zusammenlebens . Sie erinnert daran, dass Wohlbefinden nicht nur durch medizinische Behandlung entsteht, sondern auch durch Umgebungen, die die Einzelnen schützen und gleichzeitig das Zusammenleben fördern. Durch die Integration von Offenheit, Flexibilität und Fluidität zeigt der Umbau, dass auch hochspezialisierte Pflegeeinrichtungen Würde und Gleichheit ihrer Bewohnerinnen und Bewohner fördern und dabei stets ein Gefühl von Sicherheit, Gemeinschaft und Respekt vermitteln können.

Ersatzneubau Psychiatrischen Uniklinik, Cery-Prilly 

 

Bauherrschaft 
Centre hospitalier universitaire vaudois (CHUV), Direction des constructions, ingénierie, technique et sécurité, Lausanne

 

Architektur 
C/C/L Casiraghi Colombo Leuzinger Architetti sagl, Lugano

 

Landschaftsarchitektur 
Neuland Architektur Landschaft GmbH, Zürich 

 

Generalunternehmung 
HRS Real Estate SA, Saint-Sulpice

 

Tragkonstruktion 
Monotti Ingegneri Consulenti SA, Locarno; 
Jean-Paul Cruchon et associés SA, Lausanne

 

HLK-Planung 
Studio di Ingegneria Zocchetti SA, Lugano; 
AZ ingénieurs Lausanne SA, Lausanne

 

Elektroplanung 
Elettroconsulenze Solcà, Lugano; 
MAB-Ingénierie SA, Morges

 

Bauphysik 
SORANE SA, Lausanne; 
Andrea Roscetti, Lugano

 

Akustik 
EcoAcoustique SA, Lausanne

 

Lichtplanung 
Aebischer & Bovigny, Étude d’éclairage, Lausanne

 

Zeitplan 
Wettbewerb 2009–2010 
Projekt 2010–2016 
Realisierung 2016–2020; 2020–2024

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