«Die Men­schen zur di­gi­ta­len Trans­for­ma­tion befä­hi­gen»

Der Fachrat «Digitale Transformation» berät den SIA-Vorstand auf strategischer Ebene. Birgitta Schock, Co-Leiterin dieses Fachrats, sieht den Austausch zwischen den Beteiligten als Schlüssel zum Erfolg.

Date de publication
08-01-2020

TEC21: Frau Schock, was sind die Aufgaben des neu formierten Fachrats?

Birgitta Schock: Der Fachrat ist eine strategisch tätige Einheit. Er dient dem SIA-Vorstand als Experten- und Reflexions­ebene, kann aber auch Ideen­geber sein. Er stellt primär sein Fachwissen zur Verfügung. Bislang existieren kaum strategisch schlüssige Bilder und Prozesse zur Bewältigung der digitalen Transformation. In diesem Punkt wollen wir unterstützen und Impulse für  die bevorstehende Aufgaben geben.

TEC21: Wie grenzt sich diese Tätigkeit von den operativen Geschäften des SIA ab?

Birgitta Schock: Der Fachrat agiert auf einer rein strategischen Ebene. Dennoch möchten wir als pro­aktive Kraft wirken und nicht warten, bis der Vorstand mit Fragen auf uns zukommt. Wir sind da, um mit strategischen Hilfsmitteln mög­liche Ziele zu skizzieren, damit die operativen Tätigkeiten gespiegelt werden können.

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TEC21: Welche Art von Hilfsmitteln könnte das sein?

Birgitta Schock: Als strategische Orien­tierungshilfe wird eine Roadmap erstellt. Inhaltlich werden so ver­schiedene Thesen in Verbindung mit der digitalen Transformation aufgestellt und auf einer Zeitschiene ausgelegt. Man kann zwar zum heutigen Zeitpunkt nur schlecht voraussagen, welche Themen in fünf Jahren aktuell sein werden, doch das zuvor erwähnte stra­tegische Bild kann man auf diese Weise zeichnen.

TEC21: Welche Themen stehen dabei im Vordergrund?

Birgitta Schock: An erster Stelle möchten wir einen Nutzen bzw. einen Mehr­­wert für den Verein und seine Mitglieder schaffen. Dies gelingt nur, wenn wir die Menschen für den Prozess der digitalen Transformation befähigen und sie in den Fokus unserer Tätigkeit stellen. Ich bin selbst noch in anderen Gremien tätig, wo Normierung und Standardi­sierung im Vordergrund stehen. Und egal welcher Ansatz verfolgt wird: Der wesentliche Erfolgs­faktor ist immer der Mensch.

TEC21: Wie können alle Beteiligten für ein derartiges Vorhaben gewonnen werden?

Birgitta Schock: Der Schlüssel zum Erfolg liegt im Austausch untereinan­der – in diesem Fall unter den einzelnen Vereinsmitgliedern und allen­falls externen Wissensträgern. Der SIA hat viele kompetente Mitglieder. Wir beabsichtigen, physische und digitale Orte zum Austausch dieses Wissens zu schaffen. Ein solches Vorhaben funktioniert nur über das Wissen und die Neugier jedes Einzelnen. Es geht ja nicht bloss um Techno­logien: Vielmehr sollen im Zuge der digitalen Transformation eine neue Kultur, Qualität und Kreativität im Planungsprozess entstehen.

TEC21: Was heisst das konkret?

Birgitta Schock: Ein Ansatz wäre, zusammen mit Partnern an unterschiedlichen Standorten in der Schweiz autonome Foren für diesen Wissensaustausch einzurichten. An solchen Orten könnten wissbegierige Mitglieder in ein­facher Art und Weise die Möglichkeiten des digitalen Fortschritts kennenlernen. Ein ungezwungener Zugang zu digitalem Wissen ist enorm wichtig.

TEC21: Welche Funktion kommt dem SIA dabei zu?

Birgitta Schock: Der SIA hat als inter­disziplinärer Verein einzigartige Voraussetzungen, um solche Wissens­flüsse zu ermöglichen und zu verwalten – er kann quasi die Rolle eines «Wissens-Brokers» übernehmen. Seine Aufgabe wird sein, mit dem vorhandenen Wissen und den digitalen Kompetenzen seiner Mitglieder einen kontinuierlichen Lernprozess zu führen. 

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