SIA Mas­ter­preis Ar­chi­tek­tur – Preis­ver­lei­hung 2026

Im gut gefüllten Hörsaal fand an der ETH Zürich am 15. Oktober die feierliche Preisverleihung des SIA Masterpreises Architektur statt. Mit drei Preisen und fünf Anerkennungen prämierte die Jury die eingereichten Arbeiten.

Publikationsdatum
22-10-2026

Zum fünften Mal wurde dieses Jahr der SIA Masterpreis Architektur vergeben. Nachdem am 6. und 7. Oktober die Jury tagte und die Shortlist bekannt gab, wurden am 15. Oktober die Gewinnerinnen und Gewinner ausgezeichnet. Bemerkenswert ist: Die Studierenden der drei prämierten Masterarbeiten wählten ihr Thema selbst aus und gaben sogenannte «freie Arbeiten» ab. 

Einen der drei Preise gewannen Julius Baumanns und Dag von der Decken (ETH Zürich) für die Arbeit «No Ideas But in Fallow Lands», die die vermeintlich brachliegenden Landschaften von Glarus Süd erkundet. Die Arbeit analysiert das Potenzial von Glarus Süd fundiert und würdigt den Bestand: Sie erhält die Industrielandschaft, überformt die Häuser nicht und greift nur gezielt ein. Anhand einer Serie von Beispielen, als Porträt oder Katalog zu verstehen, zeigt das Projekt Vorschläge für den Umgang mit den Bauten auf. Der ästhetisch überzeugende Beitrag liefert kein Konzept, sondern ein Narrativ, das einen Möglichkeitsraum öffnet.

Die zweite ausgezeichnete Arbeit ist «Margins to That Which Isn't» von Nora Zeller und Pascal Linard Mijnssen (ETH Zürich). Sie beschäftigt sich mit der Badhütte Rorschach, die 2024 abbrannte und 24 verkohlte Holzpfeiler, eine Betonunterkonstruktion und ein Archiv aus Konzession, Bestandsschutz und Denkmalschutz hinterliess. Die Studierenden schlugen eine Intervention vor, bei der jede konstruktive Entscheidung zum rechtlichen Argument wird: Die verkohlten Pfeiler bleiben sichtbar, eine schwimmende, reversible Holzkonstruktion folgt dem Pegel des Sees, und ein leichtes Dach webt sich in die Pfeiler hinein. 

Als dritte Arbeit zeichnete die Jury «Terres créoles» von Sarah Savoy (HEIA-FR) aus. Sie schlägt auf der Insel Guadeloupe eine Frauensiedlung vor als soziale Massnahme gegen Gewalt, mit der These: Frauen zu stärken, kann das gesamte Gefüge verändern und die Beziehungen zwischen Menschen, Territorium und Kultur neu knüpfen. Das soziale Projekt setzt sich auf Basis einer breiten Analyse mit Soziologie, Gesellschaft und kolonialer Geschichte auseinander. Das neue Dorf erhält ein permanentes Empfangsgebäude. Alle anderen Häuser bauen die Bewohnerinnen selbst, sie können sie zurückbauen und andernorts wieder aufbauen. Die Arbeit überzeugt durch ihre grafische Darstellung, ihre Schlüssigkeit, ihre hohe Dichte, die sich in der Ausarbeitung in allen Massstäben zeigt. Zudem erhält Sarah Savoy noch eine besondere Auszeichnung: Sie darf im nächsten Jahr in der Jury des SIA Masterpreises die Arbeiten des Herbstsemesters 2026 und Frühlingssemesters 2027 als Jurorin mitbewerten.

Was die Prämierten zu ihrer Auszeichnung sagen, wie sie ihre Arbeiten bei der Preisverleihung präsentierten und wie die Stimmung an der ETH war, erfahren Sie im kurzen Video auf www.sia-masterpreis.ch.

Preise:

 

No Ideas But in Fallow Lands
Julius Baumanns, Dag von der Decken, ETHZ; Betreuung: Adam Caruso, Emilie Appercé, Tibor Bielicky


Terres créoles
Sarah Savoy, HEIA-FR; Betreuung: Hani Buri, Marina Marinov, Martine Lachat-Clerc


Margins to That Which Isn't
Nora Zeller, Pascal Linard Mijnssen, ETHZ; Betreuung: Jan de Vylder, Annamaria Prandi, An Fonteyne

 

Anerkennungen:

 

Produktionsfeld
Luca Edoardo Bächler, ETHZ; Betreuung: Roger Boltshauser, Cristiano Teixeira, Fujan Fahmi, Cato Bannen, Sandra Straube, Jon Garbizu, BUK


HILti
Hannes Pabst, ETHZ; Betreuung: Débora Mesa Molina, Maarten Delbeke


La Fabrique du commun
Beatriz-Stéphani Freitas, HEIA-FR; Betreuung: Stephanie Bender, Saikal Zhunsh, Benoît Beurret


A Street for Caneggio
Louis Jöhr, USI; Betreuung: Jonathan Sergison


Sylaha
Jonathan Allemannn, ZHAW; Betreuung: Urs Primas, Regula Iseli

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