Sharing Bal­ko­ni­en

Kolumne

Publication
08-04-2019
Tina Cieslik
Redaktorin TEC21 / Architektur und Innenarchitektur

Die eine oder andere Leserin, der eine oder andere Leser mag sich noch an das an dieser Stelle geschilderte Drama um das fast nicht gezügelte Klavier und den plötzlich zu engen Balkon erinnern (vgl. TEC21 31–32–33/2018).

Die neuen Bewohner nutzen den Aussenraum ganz anders: vornehmlich als Lagerplatz für Kehrichtsäcke und zum Lüften getragener Kleidung – so wie in Varianten etwa zwei Drittel der Bewohnerinnen und Bewohner der Strasse, wie ein Augenschein verrät. Und das ist nicht der Jahreszeit geschuldet – ­diese nicht repräsentative Statistik stammt aus dem vergangenen Super-­Sommer. Keine Frage des Klimas also.

Wie neidisch wird man ob dieser Platzverschwendung, wenn man in einer ansonsten nahezu perfekten Wohnung einzig mit der zu kleinen Balkonfläche hadert! Gäbe es da keine konstruktive Abhilfe? Sharing economy ist in aller Munde – müsste es etwas Vergleichbares nicht auch für das Element Balkon geben? Beim Parkett funktioniert Clip-and-Klick ja schliesslich auch. Und für das ­Problem des doppelten Geländers fände sich sicher eine Möglichkeit.

Hier ist eindeutig Innovationskraft gefragt. Daher ein dringender Appell an die hiesige Bauindustrie: Im Ja­nuar 2020 ist wieder Swissbau. Bis dahin erwarte ich erste Prototypen. Die Lösung ist nah.

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