Vorwort
Europan 18
Seit 1988 zählt der weltweit grösste Ideenwettbewerb zu den wichtigsten Thinktanks im Bereich Architektur, Städtebau und Stadtplanung. Europan stellt sich alle zwei Jahre den aktuellen raumrelevanten, kulturellen, ökologischen und sozialen Herausforderungen und ist ein Karrieresprungbrett für junge, talentierte Planende. Am letztjährigen Wettbewerb haben 804 interdisziplinäre Teams mit Teilnehmenden unter 40 Jahren, verteilt auf 47 Standorte in ganz Europa, teilgenommen. Als Gründungsmitglied wirkt Europan Suisse aktiv mit. Die Wettbewerbseingaben haben über die Jahre schweizweit dutzende von Standorten durchleuchtet, bespielt und neugestaltet. Themen wie die «produktive Stadt» oder «neue Urbanität» haben die Teams in ihren Recherchen begleitet und einen intensiven Wissensaustausch in den internationalen Europan-Foren ermöglicht.
Im Schweizer Kontext ist Europan vielmehr ein «outil de recherche et d’investigation» als ein Instrument des öffentlichen Vergabewesens. Der Entwurfsprozess zeigt Potenziale sowie Grenzen des Möglichen auf, eröffnet Dialog- und Verhandlungsräume für Auslobende, Entwickelnde und Bevölkerung und kann gar zum Manifest werden, um einen Paradigmenwechsel zu fordern. Der transdisziplinäre Ansatz ermöglicht übergeordnete Erkenntnisse über die Standorte hinaus, während die Resultate die Aufgabenstellung hinterfragen oder den Weg zu neuen Utopien öffnen können. Unter dem Motto «Re-Sourcing» untersuchten bei Europan 18 internationale Teams drei Schweizer Standorte: St. Gallen, Luzern und Genf. Die Fülle und Qualität der eingereichten Antworten beeindruckten und erlaubten der Jury intensive, erkenntnisreiche Diskussionen.
Mit Europan 19 geht der Ideenwettbewerb unter dem Motto «Ressourcen neu denken» und neuen Standorten in die nächste Runde. Wie begegnen wir dem Klimawandel und von Menschen verursachten Ungleichheiten in urbanen und ländlichen Räumen? Die Teilnehmenden sollen durch innovative Projekte und neue Planungsprozesse Ideen entwickeln, wie brachliegende, stigmatisierte oder monofunktionale Bauten und Räume in lebendige, integrative Orte transformiert werden können. Alles gute Gründe, damit auch Sie Teil des internationalen Europan- Netzwerks werden.
Ariane Widmer und Mathias Heinz, Co-Präsident:innen Europan Suisse
Für mehr Infos: europan.ch
Weitere Beiträge zum Thema finden sich in unserem E-Dossier Europan Schweiz.