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Neue Kom­pe­ten­zen für re­si­li­en­te Städ­te

Klimakrise, demografischer Wandel, sozialer Zusammenhalt oder Anpassung an neue Mobilitätsformen: Städte und Gemeinden stehen vor komplexen Herausforderungen. Mit dem neuen Master of Science Resilient Cities and Communities bildet die Berner Fachhochschule Fachpersonen aus, die urbane Transformationsprozesse interdisziplinär gestalten können. Ein Gespräch mit Prof. Dr. Tobias Baitsch, Leiter des Instituts für Siedlung, Architektur und Konstruktion (ISAK) und Projektverantwortlicher des Studiengangs.

Publikationsdatum
01-09-2026

Herr Baitsch, warum braucht es heute einen Masterstudiengang zu resilienten Städten und Gemeinden?

Unsere Städte und Gemeinden befinden sich in einem tiefgreifenden Wandel. Die Folgen des Klimawandels, gesellschaftliche Veränderungen sowie neue Anforderungen an Mobilität und Infrastruktur prägen die Entwicklung von Städten, Gemeinden und Agglomerationen. Diese komplexen Herausforderungen lassen sich nicht aus einer einzelnen Fachperspektive heraus lösen. Es braucht Expertinnen und Experten, die verschiedene Disziplinen zusammenbringen, Zusammenhänge erkennen und gemeinsam mit unterschiedlichen Akteur:innen tragfähige Lösungen entwickeln können. Genau dafür haben wir den Master Resilient Cities and Communities konzipiert.

Was verstehen Sie unter Resilienz?

Resilienz bedeutet für uns mehr als Widerstandsfähigkeit. Städte und Gemeinden sollen nicht nur Krisen bewältigen können, sondern auch lern- und anpassungsfähig sein. Resiliente Systeme erkennen Risiken frühzeitig, nutzen Veränderungen als Chance und entwickeln sich langfristig weiter. Dabei spielen ökologische, soziale, wirtschaftliche und institutionelle Faktoren gleichermassen eine Rolle.

Warum reichen klassische Planungsansätze heute nicht mehr aus?

Viele der genannten Herausforderungen stehen in Wechselwirkung miteinander. Klimaanpassung beeinflusst etwa Mobilität, Gesundheit, Freiraumplanung oder soziale Teilhabe. Wer Lösungen entwickeln will, muss diese Zusammenhänge verstehen und unterschiedliche Akteur:innen einbeziehen. Genau diese Fähigkeit fördern wir im Masterstudium.

Was macht den Studiengang besonders?

Die gelebte Interdisziplinarität. Der Master vereint die Expertise von sieben Departementen der Berner Fachhochschule, von Architektur und Planung über Soziale Arbeit bis hin zu Wirtschaft, Gesundheit und Technik. Studierende lernen, komplexe urbane Systeme ganzheitlich zu analysieren und Lösungsansätze aus unterschiedlichen Perspektiven zu entwickeln. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem projektbasierten Lernen. Statt im geschlossenen schulischen Umfeld zu lernen, bearbeiten die Studierenden reale Fragestellungen gemeinsam mit Praxispartnern, Behörden und zivilgesellschaftlichen Organisationen.

An wen richtet sich das Studium?

Angesprochen sind in erster Linie Personen, die sich aktiv an der nachhaltigen Entwicklung von Städten und Gemeinden beteiligen möchten und Freude daran haben, über Fachgrenzen hinweg zusammenzuarbeiten. Das Studium richtet sich an Bachelorabsolvent:innen in Architektur, Planung, Bauingenieurwesen, Sozialer Arbeit, Wirtschaft, Umweltwissenschaften, Design, Technik oder verwandten Fachrichtungen. 

Welche Kompetenzen erwerben die Studierenden?

Sie lernen, urbane Systeme zu verstehen, Risiken und Vulnerabilitäten zu identifizieren und Transformationsprozesse professionell zu begleiten. Dazu kommen Kompetenzen in Projektmanagement, Partizipation, Governance und interdisziplinärer Zusammenarbeit. Ziel ist es, sogenannte «Urban Change Agents» auszubilden, die Veränderungen nicht nur analysieren, sondern auch aktiv mitgestalten können.

Welche Berufsperspektiven eröffnet der Master?

Die Absolventinnen und Absolventen qualifizieren sich für Fach- und Führungsaufgaben an den Schnittstellen von Raumplanung, Klima, Gesellschaft und Governance. Sie arbeiten beispielsweise im öffentlichen Sektor, Planungs- und Beratungsbüros, NGOs, Forschungsinstitutionen oder Unternehmen, die urbane Transformationsprozesse begleiten. Der Bedarf an Fachpersonen, die komplexe Veränderungen interdisziplinär steuern können, wächst kontinuierlich.

Master of Science Resilient Cities and Communities

  • Studienbeginn: September 2027
  • Anmeldefrist: 31. Juli 2027
  • Umfang: 120 ECTS
  • Studienform: Vollzeit (4 Semester) oder Teilzeit (6-8 Semester)
  • Unterrichtssprache: Englisch
  • Studienorte: Biel/Bienne und Bern
  • Weitere Informationen und Anmeldung: bfh.ch/mrcc