Dial­ma Ja­kob Bän­zi­ger

Editorial TEC21  16/2022

Publikationsdatum
19-05-2022

Geschichten sind ein wirkungsvolles Instrument, um Denkprozesse anzustossen. Dank ihnen lässt sich vieles erst verstehen oder nachvollziehen. Zu jedem Bauwerk wissen Ingenieure etwas zu erzählen – vom Entwurf über die Planung bis zur Umsetzung. Ein Vorteil, wenn Zeitzeugen noch leben, ein Glücksfall, wenn das von ihnen gegründete Büro noch existiert und aktiv tätig ist. Für eine solche Kombination stehen Dialma Jakob Bänziger – er wird im kommenden September 95 Jahre alt – und sein 1959 ge­gründetes Büro, das die Nachfolger aktiv führen.

Einige der rund 500 von Dialma Jakob Bänziger projektierten Brücken müssen nun instand gesetzt werden, nicht zuletzt wegen strengerer Normen und Sicherheitsvorschriften. So auch die 1958 eröffnete Weinlandbrücke. Im Instandsetzungsprojekt profitieren die zuständigen Ingenieure vom Weitblick ihres ehemaligen Chefs. Die anstehenden Arbeiten an den «eigenen» Brücken bieten aber auch die Möglichkeit, das eigene Schaffen zu reflektieren. Wodurch zeichnen sich die Projekte aus? Wie robust und dauerhaft sind die Kon­struktionen von damals? Wie flexibel gegenüber erhöhten Lasten? Oder aus der aktuellen Diskussion heraus: Inwiefern wurden die heute wichtigen Themen zirkuläres Bauen, Rückbau und Recycling damals schon berücksichtigt?

Das Büro Bänziger Partner ist nicht das einzige, das sich gegenwärtig mit den Bauten der Gründer auseinanderzusetzen hat. Insofern stehen Dialma Jakob Bänziger und das von ihm ge­gründete Büro exemplarisch für das Potenzial der geschichtsbasierenden Werterhaltung. Denn Erzähltes verändert die Sichtweise.

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