Dem Stein­schlag den Gar­aus

Kolumne

Hintergründige Gedanken der TEC21-Redaktion rund ums Thema Baukultur.

Publikationsdatum
26-06-2019

Wer glaubt, hier würden aus wirtschaftlichem Interesse Immobilien erstellt, irrt. Es handelt sich um eine Methode, gravitative Naturgefahren zu eliminieren: Man nehme die betreffenden Hänge, trage sie treppenförmig ab und benutze die Stufen für solide Fundamente. Darauf baue man dann die gewünschten Gebäude, und schon ist das Risiko eines Steinschlags gebannt. Das Schild kann also bald verschwinden – vorausgesetzt, Immobi­lien an einem südlich ausgerichteten Hang am Luganersee bleiben weiterhin begehrt. Davon ist auszugehen.

Eine tolle Zukunft steht bevor: Gefahrenkarten werden bedeutend einfacher, da keine Sturzprozesse mehr zu berücksichtigen sind. Und eine positiven Nebeneffekt gibt es auch: Es entsteht viel Wohnraum, wenn die ganzen Hänge der Schweiz verbaut werden. Das Angebot expandiert, die Mietpreise müssten also rapide in den Keller gehen. Langfristig sollte der geringere Anreiz für Investoren zur Folge haben, dass weniger gebaut würde, was wiederum positiv für den Landschaftsschutz wäre.

Sollte man vielleicht darüber nachdenken, ob Neubauten am Hang nicht durch Beiträge vom Bafu unter­stützt werden sollten? Alles nur für die Natur. Ein paar Sturzhänge als ­Anschauungsobjekte könnte man ja belassen, im Nationalpark etwa.

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