Potenzial transformierter Produktionsareale
Editorial Immobilien + Energie 2025
Schon beim Bau der Papiermühlen und Baumwollspinnereien vor 360 bis 150 Jahren war das Thema Energie der entscheidende Faktor für die Standortwahl am Fluss. Durch den notwendigen Ersatz der fossilen Energieträger steht das Thema heute wieder im Mittelpunkt und die ehemaligen Produktionsstätten bieten beste Bedingungen für eine CO2-neutrale Energieversorgung.
Häufig können bestehende Industriebauten weiter genutzt und damit graue Energie erhalten werden. Sie verleihen den Arealen eine historisch gewachsene Identität und sichern die Akzeptanz in der Bevölkerung. Für Planende jedoch stellen die energetische Ertüchtigung des Bestands sowie der gestalterische Spagat zwischen Alt und Neu eine Herausforderung dar.
Die im Heft vorgestellten Projekte haben ganz unterschiedliche Vorzüge: Bei der Papieri Cham führten unter anderem ein guter Bebauungsplan und die Ausrichtung an der 2000-Watt-Gesellschaft zum Gelingen des Projekts. Das Bühler-Areal in Sennhof ist geprägt vom rauen Charme der Fabrikgebäude aus den 1980er-Jahren und dem 19. Jahrhundert.
Die Besonderheit der bluefactory, Freiburg (FR), ist die innovative Verbindung von Wassermanagement und Energieversorgung. Weitere Projekte offenbaren einen bunten Strauss an Strategien – kreativer Re-Use, regenerative Sanierungen, überraschende Umnutzungen und schlaue Umbauten.
In der Auseinandersetzung mit all diesen transformierten Produktionsstätten zeigt sich: Sie sind Schlüsselräume der Schweizer Innenentwicklung mit grossem Potenzial für Klimaschutz, Verdichtung und neue urbane Qualitäten.
Dieser Artikel ist erschienen im Sonderheft:
«Immobilien und Energie VIII: Potenzial transformierter Produktionsareale»
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