Zwischen Entwurf und Wirklichkeit
Der Entwurf nimmt vorweg, was sein könnte. Der Bestand bringt mit, was sich neu lesen lässt: Räume, Materialien, Gebrauchsspuren. Darin liegen Bedingungen und Möglichkeiten für das Weiterbauen. Der MAS EN Bau vertieft das fachliche Wissen, um sie im Entwurf aufzugreifen.
Vom Fenster aus reicht der Blick bis in die Baumkronen. Auf der breiten Fensterbank könnte man sitzen, ein Buch ablegen. Noch ist dieser Raum eine Zeichnung. Aber die Vorstellung, sich dort aufzuhalten, ist bereits präzise.
Beim Weiterbauen am Bestand trifft sie auf eine vorhandene Konstruktion. Wo das Fenster in der Wand sitzt, bestimmt die Tiefe der Laibung und beeinflusst den Tageslichteinfall. Kommt aussen eine Dämmschicht hinzu, verändert sich diese Beziehung. Was im Entwurf als räumliche Qualität angelegt ist, muss nun auch im Anschlussdetail gelöst werden.
Dafür braucht es die Kenntnis der Materialien und ihrer bauphysikalischen Eigenschaften, ein Verständnis für Energie und für den späteren Gebrauch. Dieses Wissen zu vertiefen und auf die eigenen Entwurfsaufgaben zu beziehen, ist Gegenstand der berufsbegleitenden Weiterbildung MAS EN Bau.
An konkreten Projekten setzen sich die Teilnehmenden mit dem Gebäude über seinen gesamten Lebenszyklus auseinander. Welche Substanz lässt sich weiterverwenden? Wie greifen Konstruktion und Energiekonzept ineinander? Was bedeutet eine heutige Entscheidung für spätere Umbauten? Erkenntnisse aus der Forschung und Erfahrungen aus Planung und Ausführung bilden die Grundlage dieser Arbeit.
Fünf Schweizer Hochschulen tragen das Programm. Aus ihrem Angebot wählen die Teilnehmenden ihre fachlichen Schwerpunkte – etwa Bauphysik, Baukultur, zirkuläres Bauen oder Gebäudebetrieb. Das obligatorische CAS Nachhaltiges Bauen, vier weitere CAS und die Masterarbeit führen zum Abschluss. Auch ein einzelnes CAS kann der Anfang sein.
Studienaufbau und CAS-Angebot: enbau.ch