Sau­bere Sache

Date de publication
10-09-2020

«Papa, lueg, de Riesebagger!», ruft eine Kinderstimme. «D’Schufle isch ja so gross wie du!» Vater und Sohn bleiben neben mir stehen und schauen auf die Baustelle. Ein Bürohaus aus den frühen Sechzigern wird abgerissen. «Papa», meldet sich der Knirps wieder, «wieso häts da Schneekanone?» «Das sind so Wasserwerfer», korrigiert der Vater, «damits weniger staubt.» Der Sohnemann staunt, sinniert und fragt: «Papa, warum muess das Huus eigentlich abbroche werde?» «Damit öppis Schöners baut werde chan», belehrt ihn der Papa ­entschieden und zieht ihn weg.

Ich bewege mich nicht. Ja, warum eigentlich wird das Haus rückgebaut? Verlottert war es nicht. Jetzt, da die filigrane Fassade und der Innenausbau weg sind, zeigt sich ein rationales Stahlbetonskelett, das viele weitere Jahre gehalten und diverse Nutzungen erlaubt hätte. Der Bau füllte die Parzelle aus, selbst im ausgeweideten Zustand wirkt er imposant. Grösser dürfte der Ersatzneubau kaum ausfallen. Ob er tatsächlich schöner wird?

Ein Umbau wäre vermutlich günstiger gewesen. Ressourcenschonender sowieso. Aber, denke ich mit Blick auf die grauen Nebelkanonen, vielleicht geht es hier um ganz andere Dinge. ­Vielleicht wird hier einfach nur Geld parkiert, vor Negativzinsen sicher, solide und seriös – und vor allem: ohne viel Staub aufzuwirbeln.