Welt­weites Aus für Flamm­schutz­mit­tel

Das Flammschutzmittel HBCD darf künftig nicht mehr hergestellt und verwendet werden. Dies beschlossen VertreterInnen aus über 160 Ländern Ende Mai 2013 an einer UN-Chemikalienkonferenz in Genf. Ein grosser Teil der Substanz wurde für Polystyrol-Dämmplatten zur Gebäudeisolation eingesetzt.

Date de publication
27-08-2013
Revision
01-09-2015

Seit den 1980er-Jahren wurden HBCD (Hexabromcyclododecan) als Flammhemmer in Plastik, Textilien, Möbeln, Elektronik und Isolationsmaterialien verwendet. Über 20.000 Tonnen wurden davon jährlich weltweit produziert, der grösste Teil davon für Polystyrol-Dämmplatten zur Gebäudeisolation. Jeder Kubikmeter extrudiertes Polystyrol enthielt bis zu ein Kilogramm HBCD; beachtliche Mengen schlummern auch in Schweizer Häusern. 

HBCD entpuppte sich bei genauem Hinsehen als eine ganze Gruppe von Verbindungen. Zusammen mit Forscherinnen und Forschern der ETH Zürich, der Eawag und der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) veröffentlichte die Eidgenössische Materialprüfungs- und Forschungsanstalt EMPA mehrere Studien, die zeigen, wie HBCD aufgebaut ist, welche Formen sich in der Umwelt anreichern und als persistente organische Schadstoffe (POPs) gelten. 

30 Jahre nach Beginn der industriellen Produktion und Anwendung auf der ganzen Welt hat das Expertengremium der Stockholm-Konvention HBCD als POPs klassiert und damit den Grundstein für das weltweite Verbot gelegt. Der Beschluss wurde formal am 9. Mai 2013 umgesetzt und tritt mit einer etwa einjährigen Übergangsphase in Kraft. 

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