Werkmatt Uri nimmt Gestalt an

Der Kanton Uri hat das Armeegelände gekauft und sucht nun Investoren für die Umnutzung des Gewerbeareals. Derweil stimmt der Hauptort über einen Baukredit für den Bahnhofumbau ab.

Paul Knüsel Umwelt/Energie, Redaktor TEC21

Der bestehende Regionalbahnhof Altdorf soll zum NEAT- und Kantonsbahnhof aufgewertet werden. Damit der Bahnhof als regionale ÖV-Drehscheibe funktionieren kann, muss das ganze Areal südlich des Dorfkerns von Altdorf neu gestaltet werden (vgl. TEC21 37/2016). Dazu haben sich SBB und die Behörden im Kanton Uri auf ein Entwicklungsprojekt mit Neubauten und zusätzlicher ÖV-Infrastruktur im Umfang von etwa 60 Mio Franken einigen können. Die baulichen Anpassungen sollen bis in vier Jahren fertig gestellt sein.

Die ersten verbindlichen Budgetbeschlüsse und Landkäufe sind nun getätigt worden. Mitte März hat das Urner Kantonsparlament einen Kredit von 11 Mio Franken gutgeheissen. Geplant sind Massnahmen im Strassenraum, eine Park-and-Ride-Anlage für Pendler sowie ein Bushof für den Regionalverkehr. Unter anderen sind Haltestellen für neun Buslinien zu erstellen. Derweil haben die Stimmbürger der Gemeinde Altdorf am Abstimmungswochenende vom 12. Mai über einen Zusatzkredit von 3 Mio Franken zu befinden. So viel kostet die Verlängerung der Personenunterführung, die unter dem künftigen Kantonsbahnhof hindurch führen soll.

Die SBB will ihrerseits 40 Mio Franken in die Anpassung der Perrons und Gleisinfrastruktur investieren, hat sie letztes Jahr angekündigt. Zum einen ist der Ausbau des 4-Meter-Güterkorridors zu vervollständigen; zum anderen sind die Perrons auf eine Länge bis zu 400 m für den Halt von Interregio- und Intercity-Zügen auszubauen. Der Kantonalbahnhof Uri soll 2021 mit der Eröffnung des Ceneri-Tunnels und der durchgängigen Alptransit-Flachbahn den Betrieb aufnehmen.

Neubau und Arealumnutzungen

Als weiterer Partner in die Entwicklung des Bahnhofareals ist die Urner Kantonalbank involviert. Sie hat letzten Herbst den Architekturwettbewerb für ein gemischt nutzbares Bahnhofsgebäude ausgeschrieben. Ein Siegerprojekt liegt noch nicht vor. Der Neubau soll aber einen städtebaulichen Kern im neuen Entwicklungsgebiet von Altdorf bilden, das als Drehscheibe für den öffentlichen Verkehr und als Adresse für zugezogene Firmen funktionieren soll.

Denn auch weiter östlich hat der Kanton Nägel mit Köpfen gemacht: Im Gebiet Eyschachen hat der Kanton Uri dem Bund eine grossflächige Militärliegenschaften mit Lagerhallen abgekauft. Dazu hat er sich das Vorkaufsrecht gesichert und für das Armasuisse-Areal 5.1 Mio Franken bezahlt. Die bereits in einem Gestaltungsplan festgesetzte räumliche Entwicklung wird in Gang gesetzt, sobald sich Investoren und ansiedlungswillige Firmen melden. Die kantonale Standortförderung ist bereits auf der Suche nach Interessenten, die sich langfristig auf der «Werkmatt Uri» engagieren wollen. Die Baubewilligung für die Erschliessung liegt vor; das etwa 12 ha grosse Areal soll zur gemischten Gewerbe- und Dienstleistungszone umgenutzt und umgebaut werden.  

 

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