Neubau Schulhaus Türli, Sachseln OW

66 Projekte sind eingereicht worden. Das Siegerprojekt sieht gleich zwei neue Schulhäuser vor – eines für die Primarschule und eines für den Kindergarten.

Sachpreisrichter

  • Paul Vogler (Gemeindepräsident (Vorsitz))
  • Pius Rüttimann (Gemeinderat, Liegenschaftskommission)
  • Nicole Rohrer-Schnellmann (Schulrat)
  • David Schmid (Schulrat, Rektor)

Fachpreisrichter

  • Monika Imhof (dipl. Architektin ETH BSA SIA)
  • Hans Cometti (dipl. Architektin ETH BSA SIA)
  • Pascal Gysin (Landschaftsarchitekt MLA BSLA SIA)
  • Peter Leuenberger (Bauamtsleiter)
  • Patrick Seiler (dipl. Architekt FH BSA SIA)

Auslober

Einwohnergemeinde Sachseln


Organisation: Büro für Bauökonomie AG, 6003 Luzern

Resultat und prämierte Entwürfe

1. Rang «Türli und Arni»; Durrer Architekten, Luzern

Die Verfasser des Projekts «Türli und Arni» schlagen die Setzung zweier, sich in Dimension und Ausdehnung stark unterscheidende Gebäudevolumen vor. Ein langgestrecktes, zweigeschossiges Gebäude steht mit grossem Abstand parallel zur Edisriederstrasse. Das zweite Gebäude positioniert sich, als in sich ruhender Solitär, zwischen dem Erst genannten und der alten Türli-Turnhalle. Die differenzierte Gebäudevolumetrie, die leichte Verdrehung zueinander, sowie die Distanz zwischen ihnen lassen die beiden Gebäude als zwei voneinander unabhängige Volumen innerhalb der Schulanlage erscheinen. Während das grosse, als Primarschulhaus gedachte Volumen, seine Anbindung im tiefer gelegenen Pausenpatz findet, versucht das Langgebäude mit seinen zwei Hauptnutzungen, Kindergarten und Hauswirtschaft, zwischen Edisriederstrasse und Pausenplatz zu vermitteln. Der grosszügig bemessene Abstand zwischen den beiden Gebäuden lässt eine wünschenswerte, räumliche Beziehung vom Pausenplatz in Richtung Dorfzentrum zu. Die Gesamtwirkung der gewählten ortsbaulichen Lösung in Bezug zum bestehenden Ortsbild ist überzeugend.

Primarschulhaus: Hier werden 1. bis 4. Primarklassen zur Schule gehen. Es handelt sich um ein rechteckiges, dreigeschossiges Gebäude mit Vierschilddach. Im Erdgeschoss befinden sich unter anderem Eingangshalle, Gruppenräume, Singsaal und Lehrerzimmer. Darüber sind die Klassenzimmer auf zwei Geschossen angeordnet. Die Fassade besteht voraussichtlich aus Elementbeton.

Kindergarten: Hier werden die Kindergärtner zur Schule gehen, die heute in zwei verschiedenen Gebäuden untergebracht sind (Türli-Schulhaus und Gemeindehaus). Dank dem Neubau wird die Gemeinde dereinst ein zweites Kindergartenjahr anbieten können. Auch die Kochschule wird hier untergebracht. Es handelt sich um ein lang gezogenes Gebäude, das durch die Bauweise und die Struktur der Giebeldächer den Eindruck vermittelt, als stünden fünf kleine «Häuschen» nebeneinander. Gebaut wird hier vorwiegend mit Holz.

2. Rang «Familie Moll»; Architekturbüro Beda Dillier, Sarnen

Als Ersatzbauten für Türlischulhaus und Schwesternhaus werden zwei Häuser vorgeschlagen. Mit den zwei neuen, hangparallel gesetzten, mit Satteldächern gedeckten, verputzten Mauerwerksbauten entsteht zwischen Brünig- und Edisriederstrasse eine Abfolge von vier langgezogenen Bauten, zwischen welchen sich Sichtachsen öffnen. Dabei stört die Beplankung des Pausendachs zwischen den beiden Bauten in Richtung Nordosten. Durch die Zweiteilung des Gesamtvolumens entstehen Häuser mit Seitenfassaden, welche den Massstab der Häuser südlich der Edisriederstrasse, jedoch die Länge von Stucklischulhaus und Turnhalle übernehmen.

3. Rang «AZUKI»; Schaub Zwicky Architekten, Zürich

Das im Norden vier- und im Süden zur Edisriederstrasse zweigeschossige, lange und schmale Bauvolumen wird senkrecht zum Abhang gesetzt und an Turnhalle und Gemeindehaus ausgerichtet. Die grossen Abstände zur nordöstlichen Grundstücksgrenze und zum Beachvolleyballfeld werden beidseitig für attraktive und vielfältige, terrassierte Aussenanlagen genutzt. Nach Westen wird das Schulareal mit den Sportanlagen durch den langen Baukörper räumlich gefasst und abgeschlossen. Die zweigeschossige, nächstmöglich an die Südseite gerückte, schmale Zugangsseite reiht sich unauffällig und massstäblich zwischen die beiden angrenzenden Wohnbauten ein.

4. Rang «Tine und Thomas»; Soppelsa Architekten, Zürich

Die Verfasser des Projekts «Tine und Thomas» setzen zwei rechteckige Gebäude zwischen die Edisriederstrasse und die Türli-Turnhalle. Das bergseitig, längs zum Hang positionierte Gebäude liegt leicht vertieft zum Niveau der Edisriederstrasse. Das talseitige Gebäude liegt quer zum Hang auf dem Niveau des heutigen Pausenplatzes. Mit der Setzung und der Ausrichtung der Neubauten beabsichtigen die Verfasser eine ortsbauliche Verbindung und Gebäudeabfolge mit dem Gemeindehaus und der Türli-Turnhalle herzustellen. Die genaue Stellung des dreigeschossigen Primarschulgebäudes ist der Erfüllung des im Wettbewerbsprogamm geäusserten Wunsches nach einer Etappierung unter Berücksichtigung des best. Gebäudes geschuldet. Das bergseitig positionierte zweigeschossige Gebäude ist zum Primarschulgebäude um 90 Grad abgedreht und bildet mit ihm eine winkelförmige Gesamtanlage. Mit der gewählten Setzung der beiden Gebäude wird eine angenehme Durchlässigkeit und eine ortsverträgliche Distanz sowohl zu den Nachbargebäuden wie auch zur Edisriederstrasse erzeugt.

5. Rang «Ameise»; Dorji Studer Architekten, Luzern

Das Bauvolumen wird in einem drei Geschosse hohen Baukörper zusammengefasst, welcher sich zwischen Beachvolleyfeld und Heinrich-Federer-Weg ausdehnt und weit von der Edisriederstrasse abgerückt, talseitig trotzdem einen breiten Grünstreifen zur Turnhalle offen lässt. Damit wird die weite Asphaltfläche wieder in eine von Wegen durchzogene Wiese mit Spielmöglichkeiten zurückverwandelt und mit der nahen Umgebung verwoben. Dies verunmöglicht allerdings das Angebot von genügend Parkplätzen.

6. Rang «Pat und Patachon»; moeller raupach architekten, Berlin

Die Projektverfasser teilen das Raumprogramm entsprechend der Nutzung in zwei Volumen auf, Schulhaus und Kindergartenhaus. Diese Setzung der Gebäudekörper und deren leichte Verschiebung zueinander, ihre Geschossigkeit und Kompaktheit fügt sich problemlos ins Ortsbild ein. Hangseitig, von der Edisriederstrasse, um die Breite des Spielgartens zurückversetzt, tritt das Kindergartenhaus lediglich zweigeschossig in Erscheinung. Vom Schulhaus, als zweibündige Anlage auf vier Geschossen organisiert, sind vom oberen gemeinsamen Eingangsplatz drei Geschosse sichtbar.

7. Rang «Selina»; lebenspol, Rapperswil-Jona

Das gesamte Raumprogramm wird von den Verfassern in einem einzigen kompakten Gebäudevolumen organisiert und längsseitig, parallel zur Edisriederstrasse in den sanften Hang gesetzt. Der viergeschossige Baukörper vermag sich durch seine von der Strasse abgerückte Lage und in der Höhe um ein Geschoss tiefergelegte Position, trotz seiner respektablen Aussenbemessungen, gut im Kontext zu integrieren. Er führt in seiner Situierung die Reihe der beiden Schulhäuser Stuckli und Matt li entlang der Strasse logisch fort. Die Querdurchsicht der dahinterliegenden Liegenschaften wird durch die Gebäudelänge jedoch eingeschränkt.

(Textquelle: Auszug aus dem Jurybericht)

Weitere Informationen auf www.konkurado.ch

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