Freiraumplanerischer und städtebaulicher Wettbewerb «Der andere Park»

Grünes Band des Wissens für die Campbell Barracks in Heidelberg

Sachpreisrichter

  • Lars-Christian Uhlig (BBSR Nationale Projekte Städtebau, Berlin/Bonn)
  • Stephen Craig (Künstler, Karlsruhe, IBA_Kuratorium)
  • Eva-Maria Eberle (Bürgervertreterin 1, Stadtteilverein Südstadt)
  • Harald Lemke (Bürgervertreter 2)
  • Monika Meissner (Gemeinderätin)
  • Luitgard Nipp-Stolzenburg (Gemeinderätin)

Fachpreisrichter

  • Henri Bava (Landschaftsarchitekt, Paris/Karlsruhe/Barcelona)
  • Klaus Overmeyer (Landschaftsarchitekt, Berlin/Wuppertal)
  • Undine Giseke (Landschaftsarchitektin, Berlin, Vorsitzende IBA_Kuratorium)
  • Florian Otto (Landschaftsarchitekt, München)
  • Michael Braum (Städtebauer, geschäftsführender Direktor IBA Heidelberg)
  • Ariane Röntz (Landschaftsarchitektin, Kassel/ Berlin)
  • Henrik Schultz (Landschaftsarchitekt, Frankfurt)
  • Jürgen Odszuck (Dezernat II, Stadt Heidelberg)
  • Annette Friedrich (Leiterin Stadtplanungsamt, Stadt Heidelberg)
  • Volker Schwarz (Abteilungsleiter Grünanlagen, Landschafts- und Forstamt, Stadt Heidelberg)

Auslober

Landschafts- und Forstamt Stadt Heidelberg mit IBA Heidelberg GmbH


Im Herzen des neuen Stadtquartiers in der Südstadt wird ein besonderes Ensemble von Grün- und Freiflächen entstehen. Nun steht auch fest, welcher Entwurf dafür die Grundlage bilden soll. Die Jury unter Vorsitz von Prof. Undine Giseke zeichnete einstimmig die Arbeit des Büros Studio Vulkan aus Zürich mit dem 1. Preis aus. Der 2. Preis geht an bbz Landschaftsarchitekten (Berlin), Platz 3 vergab die Jury an das Team von Ecosistema Urbano aus Madrid. Die Stadt Heidelberg wird mit allen drei Preisträgerarbeiten nun in Verhandlungen treten und danach dem Gemeinderat einen Vorschlag zur Umsetzung machen.

Der einst militärische Ort soll in den kommenden Jahren einen völlig neuen Charakter bekommen – dank seiner besonderen Grün- und Freiflächen und mehrerer Orte des Wissens, die sich in dem Areal befinden. Das ist der Grundgedanke für die Entwicklung des Gebiets, das sich vom künftigen Standort des Karlstorbahnhofs im Westen des Areals über den Paradeplatz bis zum zentralen Park rund um die Kommandantur (künftiges Mark-Twain-Center) und das Bürgerzentrum in der Chapel zieht. Die Stadt Heidelberg und die Internationale Bauausstellung IBA hatten dafür das zweistufige Wettbewerbsverfahren «Der andere Park» ausgelobt.

Kernpunkte des Siegerentwurfs

Der nun feststehende Siegerentwurf des Büros Studio Vulkan aus Zürich hat als Leitlinie einen «Park der Begegnung» formuliert. Der Park solle Dialoge zwischen der vielfältigen, heterogenen Nutzerschaft fördern. «Kreativität trifft auf Forschung, der Alltag auf das Besondere, Quartierbewohner auf Besucher. Der Park ist pragmatisch und romantisch zugleich: Ein funktionales, belebendes und dynamisches Strassennetz wird von poetischen und atmosphärischen Orten durchwoben», schreiben die Planer. Jeder Ort biete eine spezifische, fantastische und reichhaltige Welt von Nutzungen und Begegnungen.

Oberflächenbelag

Eine optische Besonderheit beim Oberflächenbelag nennen die Planer «Das Netz». Es soll als «Förderband, Aufenthalts- und Begegnungsort» zugleich dienen und sich durch das ganze Areal ziehen. Der Belag aus Recyclingbeton soll eine leichte rote Einfärbung bekommen und sich so als eine Art Kit durch das Gebiet ziehen. In dieses verbindende Netz sollen die unterschiedlichen Orte des Wissens und zentralen Plätze eingewoben sein.

Plätze

Der Paradeplatz wird im Siegerentwurf «Forum» genannt. Er sieht mehrere kreisartige Räume vor. Im inneren Kreis wird der bisherige Belag behalten und es ist Platz für grosse und kleine Veranstaltungen. Im weiteren Verlauf wird der Platz aber grün mit einer Liegewiese, Bäumen und Wasserspielen. Den Platz vor dem künftigen Karlstorbahnhof im Westen sehen die Planer als einen «Kulturmarkt», der besondere auf das benachbarte Kreativwirtschaftszentrum eingehen soll. Tagsüber ist die Fläche als Parkplatz denkbar, abends und am Wochenende als Bühne, Markt und Schaufenster des Quartiers. Der kleine Platz vor dem markanten Torhaus an der Römerstrasse soll als «Vitrine» dienen, wo mit der alten Funktion als Ort der Zugangskontrolle gespielt wird – so könnten alte Überwachungskameras zu Vogelnestern umgenutzt werden.

Bürgerpark/Chapel

Der Bürgerpark wird als Ensemble über die Römerstrasse hinweg konzipiert – weshalb der Strassenraum zwischen Park und Chapel (Bürgerzentrum) ebenfalls rot eingefärbt werden soll, um den Übergang deutlich zu signalisieren. Auf der Westseite der Römerstrasse soll die bestehende Grünfläche rund um Kommandantur (künftiges Mark Twain Center) und Eddy-House um den heutigen Checkpoint-Bereich erweitert werden. Dort soll eine grössere Spielplatzlandschaft entstehen, zu deren Gestaltung nochmal eine separate Bürgerbeteiligung vorgeschlagen wird. Im Eddy-House schlagen die Planer ein Café mit Aussenbewirtschaftung vor.

Römerstrasse

Der Querschnitt der Römerstrasse soll optimiert werden, um die Trennwirkung zu minimieren und die Aufenthaltsqualität zu erhöhen. Neben zwei Fahrspuren pro Richtung ist auf geräumigen Bürgersteigen ausreichend Platz für Fussgänger und für eine Fahrradnebenverbindung geplant. Der Teil der Aussenmauer (Römerstrasse Westseite), der unter Denkmalschutz steht, soll als offene Pergola umgestaltet und begrünt werden. Zudem ist eine Baumreihe in der Strassenmitte zwischen Torhaus und Chapel angedacht.

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