1974: Die St. Jakobshalle im Bau

Ein Blick ins Archiv

Am 15. Oktober 2018 wird die umgebaute und erweiterte St. Jakobshalle eröffnet. TEC21 widmet dem Bau die diesjährige Ausgabe 40-41. Und blickt zurück: Ins Jahr 1974, auf einen Beitrag des Ingenieurs Albert Schmid in der Schweizerischen Bauzeitung. Darin dokumentiert er die aussergewöhnliche Konstruktion.

Tina Cieslik Architektur/ Innenarchitektur, Redaktorin TEC21

Von einem Orkan sei man während des Baus des filigranen Hängedachs glücklicherweise verschont geblieben, schreibt Ingenieur Albert Schmidt 1974 in seinem Bericht zum Bau der St. Jakobshalle in der Schweizerischen Bauzeitung. Die lakonische Formu­lierung lässt indes erahnen, dass die Arbeiten mehr Nerven kosteten, als es der trockene technische Bericht vermuten lässt.  «Viele Versuche im Massstab 1:1 auf der Baustelle gingen dem ersten Betonieren voraus. Es galt vor allem, folgende Forderungen zu erfüllen: ausreichende Druckfestigkeit; genaueste Masshaltigkeit von 7.5 cm Stärke; dichtes Gefüge mit glatter Untersicht (ohne Kiesnester) und geschlossene und glatte Aufsicht zur Aufnahme der Isolierung.»

Besonders ist auch, dass das markante Dach über einen Dachkranz aus Spannbeton monolithisch mit den Bindern und Seitenwänden verbunden ist. Neben dem Einbau des Leichtbetons war dies ebenfalls ein heikler Punkt, und resultierte in einem detailierten und vorsichtigen Spannprogrammm in kleinen Schritten.
Dass das Dach in fertigem Zustand dann doch einem Orkan trotzen kann, zeigen die Berechnungen für Schnee- und Windlasten – offenbar waren sie korrekt, denn das Dach ist auch 44 Jahre später noch intakt.

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