Stadt aus Holz IV

Editorial

Danielle Fischer Architektur, Redaktorin TEC21

Dr. Julia Selberherr Director, Wüest Partner

Christoph Starck Lignum

Michael Reinhard Abteilungschef Wald BAFU

Der gestalterische Ausdruck von Holzbauten ist vielfältig und expressiv. Das Rohmaterial Holz ist dank architekto­nischem Einfallsreichtum, Materialentwicklungen und neuen herstellungstechnischen Verfahren auf dem Weg, das zu werden, was Beton Mitte des letzten Jahrhunderts war: baulicher Ausdruck seiner Zeit. Holzfassaden sind nicht mehr einfach gerade, sondern haben Vor- und Rücksprünge, oder sie mäandrieren im Grundriss, was sich bis zu fantasievollen Freiformen steigert. Diese äusserliche ­architektonische Freiheit ist aber auch zunehmend mit funktionalen und kon­struktiven Fragen verbunden, die andere Materialien betreffen. Die verbreitetste Variante ist der Holz-Beton-Hybrid. Das Spektrum wird aber immer weiter – bei manchen Bauten versteckt sich das Mate­rial Holz als Tragkonstruktion hinter einer Verkleidung aus anderem Material; oder es handelt sich um verputzte, vor­gefertigte und elementweise angelieferte Module, oder in den Holzkastensystemen einer Fassade befinden sich neben Dämmschichten und Fenstern auch die technischen Installationen. 

Holz ist nach wie vor der einzige erneuerbare Rohstoff im Baubereich, der obendrein CO2 absorbiert. Umso wich­tiger ist es angesichts anderer Zweige der Bauindustrie und der riesigen Altbausubstanz, die mit Holz renoviert oder mit Aufbauten verdichtet wird, die Schnittstellen zwischen den Baumate­rialien und -teilen zukünftig ganzheitlich abzustimmen: Dazu gehören die Verwendung von alten rezyklierten, aber auch neuen re­zyklierbaren Baustoffen, unbehandelte, löse­mittelarme Materia­lien ohne Leimstoffe und Schrauben sowie eine differenzierte Kaskadennutzung. 

Die Megatrends bilden einen Rahmen, innerhalb dessen ausgelotet werden kann, wo sich Antworten auf diese Problemstellungen sinnvoll entwickeln lassen. Wir freuen uns darauf, weitere ­Erkenntnisse mit Ihnen zu teilen.

Alle Beiträge aus dem Sonderheft «Stadt aus Holz – Entwicklungen, neue Bauten und Megatrends» finden Sie hier.

Das Projekt «Stadt aus Holz» im Auftrag des Bundesamts für Umwelt BAFU umfasst unsere Sonderpublikationen und die Veranstaltungsreihe von Wüest  Partner sowie Führungen, die Lignum Holzwirtschaft Schweiz zu relevanten Holzbauten im In- und Ausland organisiert. 

In den kommenden drei Jahren werden wir Fragen zum Holzbau systematisch nach­gehen. Alle Aktivitäten werden laufend ­zusammen mit unseren Publikationen auf www.espazium.ch/holzbau veröffentlicht. In diesem digitalen Dossier sind  – neben vielen weiteren Beiträgen zum Thema Holz – auch die früheren Sonderpublika­tionen «Stadt aus Holz» zu finden. Darin ­untersuchten wir die Zusammenhänge von Holzbau und Umwelt (Stadt aus Holz I – «Neue Weg beschreiten»), die Entwicklungen auf dem Immobilienmarkt (Stadt aus Holz II – «Holzbauten im urbanen Raum»), die überarbeiteten Brandschutzvor­schriften (Stadt aus Holz II – «Der Einsatz von Holz ist einfacher geworden») und Holz im Kontext der Megatrends (Stadt aus Holz III – «Megatrends als treibende Kräfte»). 

Publikationen: espazium.ch/holzbau
Veranstaltungen: www.wuestpartner.com/ueber-uns/stadt-aus-holz
Führungen: www.wuestpartner.com/ueber-uns/stadt-aus-holz

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