Sicher ist sicher

Danielle Fischer Architektur, Redaktorin TEC21

Während meiner Reise durch den Norden Tansanias be­gegneten mir auf der Strasse von Arusha nach Mto wa Mbu wiederholt dieselben zwei Schilder: Das eine warnt vor einem Mann mit Blindenstock, das andere verweist auf einen Behindertenparkplatz.

Doch weshalb sollte ein Gehbehinderter gerade hier, entlang der schnur­geraden Strasse über Land und unterwegs zum Dorf Mto wa Mbu, sein Auto parkieren? Falls er das aus irgendeinem Grund tun müsste, so gäbe es ebenso ge­eigneten Platz bis zum Savannen­horizont. Auch wird hier wohl kaum ein ­Blinder allein die Überland­strasse über­queren. Im Dorf, wo alle ein­ander ­kennen, wird er mühelos jemanden finden, der ihm hilft. 

Die Sache liess mich nicht los. Im «Highway Code» des Ministeriums für Infrastruktur und Entwicklung der Vereinigten Republik Tansania fand ich tatsächlich das Parkplatzschild für Gehbehinderte aufgeführt. Gesehen habe ich es aber nirgendwo sonst im Land.

Dass es ausgerechnet in dieser ent­legenen Gegend zum Einsatz kommt, kann ich mir nur mit einer gut gemeinten Auflage internationaler Geldgeber zur Finanzierung des Strassenbaus in der Savanne erklären. Und einmal mehr ahne ich: Nicht nur die Liebe im Allgemeinen, sondern auch die Menschenliebe macht blind!

Verwandte Beiträge

ARCHIV: Die Ausgaben seit 2013

Abonnieren Zum Archiv