Ressourcen im Kreislauf

Endliche mineralische Rohstoffreserven machen es erforderlich, Rohstoffe zukünftig wirtschaftlich, umweltschonend und sozial verträglich zu gewinnen, effizient zu nutzen und schliesslich wiederzuverwenden. Eine Ausstellung in Zug rund um das Thema «BodenSchätzeWerte» vermittelt Einblicke in die komplexen Zusammenhänge.

Viola John Konstruktion/nachhaltiges Bauen, Redaktorin TEC21

Viele der Rohstoffe, die heute im Bauwesen verwendet werden, sind endlich, und ihre Herstellung und Verarbeitung haben negative Auswirkungen auf die Umwelt. Bei der Rohstoffnutzung hat lokales Handeln oft globale Konsequenzen – und beeinträchtigt die Lebensqualität zukünftiger Generationen. Der Umgang mit natürlichen Ressourcen muss deshalb auf eine möglichst schonende Nutzung sowie die Minimierung von Umweltbelastungen abzielen.

Das Denken in Rohstoffkreisläufen wird in Zukunft wichtiger, Materialien müssen wiederverwertet statt einfach entsorgt werden. Bereits gebaute Städte können im Zuge dessen idealerweise zu neuen Rohstoffminen werden («Urban Mining»). Das Thema Recycling wird immer mehr zu einem wichtigen Aspekt für eine zukünftige nachhaltige Entwicklung im Bausektor. Der Umgang mit Ressourcen beschäftigt Forscher auf Umweltebene ebenso wie in technischen Bereichen, in der Wirtschaft, sowie in gesellschaftlicher und rechtlicher Hinsicht. 

Diesen Themen widmet sich die Ausstellung «BodenSchätzeWerte» und orientiert sich dabei an zwei Konzepten: am «Rohstoffkreislauf» und an den «Fünf Säulen der Nachhaltigkeit», bezogen auf den Rohstoffsektor. Zum Thema «Rohstoffkreislauf» werden die Entstehung verschiedener mineralischer Rohstoffe sowie ihr Lebenszyklus vom Abbau über die Verarbeitung bis hin zur Entsorgung beziehungsweise zu Möglichkeiten des Recyclings veranschaulicht. Die «Fünf Säulen der Nachhaltigkeit» thematisieren ergänzend dazu die Wechselwirkungen und Herausforderungen, die sich für die Bereiche Umwelt, Technik, Wirtschaft, Gesellschaft und Recht ergeben:

Geologie und Umwelt: Welche Auswirkungen haben ihr Abbau und unsere Nutzung auf die Umwelt?

Material und Technik: Wie kann die fortschreitende Technologisierung die Prozessschritte entlang des Rohstoffkreislaufs positiv beeinflussen?

Handel und Wirtschaft: Wie gehen Länder und Akteure mit der unterschiedlichen globalen Verteilung der Rohstoffe um?

Ethik und Gesellschaft: Wie ist ein nachhaltiger und sozial verträglicher Umgang (Abbau, Handel, Konsum) mit Rohstoffen zu gewährleisten?

Recht und Politik: Welche Gesetze und welche freiwilligen Standards regeln den Umgang mit Rohstoffen auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene?

Die Ausstellung bietet abwechslungsreiche Exponate und eine Fülle an Informationen, die eine differenzierte Annäherung an das komplexe Thema ermöglichen.
 

Weitere Infos
Ausstellung bis 21. Oktober 2018 | Di–So 14–17 Uhr
Museum für Urgeschichte(n) Zug, Hofstrasse 15, Zug
Öffentliche Vortragsreihe jeweils donnerstags 18–19.30 Uhr.
Veranstalterin: HSR Hochschule für Technik Rapperswil, Institut WERZ, Zug
Weitere Infos: bodenschaetzewerte.ch

Verwandte Beiträge

ARCHIV: Die Ausgaben seit 2013

Abonnieren Zum Archiv