Prix Lignum 2018: die Besten in Holz

Alle drei Jahre und bereits zum vierten Mal zeichnet der Prix Lignum die besten Schweizer Leistungen mit Holz aus. Neben Gold, Silber und Bronze vergab die Jury vier Sonderpreise.

Ziel des Prix Lignum ist es, zukunftsweisende Arbeiten mit Holz bekannt zu machen. Zugelassen waren Bauwerke, Innenausbauten, Möbel und Kunstwerke aus der Schweiz oder dem Fürstentum Liechtenstein, die zwischen dem 1. Januar 2014 und dem 28. Februar 2018 fertiggestellt wurden. 

Gold für touristisches Vorbild in sensibler Landschaft

Die Bergstation auf dem Chäserrugg wird von der nationalen Jury des Prix Lignum 2018 mit Gold gewürdigt. Die Architekten Herzog & de Meuron entwickeln aus einer komplexen Aufgabe eine prägnante Form. Der Bau oszilliert zwischen Scheune, Chalet und Gondelhalle. Die Architekten nutzen Holz exemplarisch, um in dieser Höhe zu bauen. Sie integrieren den Bestand geschickt in ein neues Ganzes, das dank dem Holz vorbildlich in die Umgebung passt, urteilt die Jury (vgl. «Auf dem Gipfel des Ursprungs»).

Höhenrekord mit Holz

Silber geht an das Bürogebäude S22 auf dem Suurstoffi-Areal in Rotkreuz. Das 36 m hohe Hochhaus zeige, dass sich die Grenzen seit den neuen Brandschutznormen verschoben haben. Der Rohbau präge die Räume mit einer Präzision, die die Genauigkeit der Vorfabrikation zelebriert. Das Projekt setzt jedes Material bewusst ein: Beton trägt den Kern, Baubuche nimmt die hohen Lasten auf, in der Fassade trägt Brettschichtholz aus Fichte und Tanne. Die Holz-Beton-Verbundelemente der Decken integrieren verschiedene Funktionen platzsparend und schaffen so einen ökonomischen Vorteil, so die Jury. (Lesen Sie auch: «Hybride im Silberkleid».)

Bronze für urbanen Massstab 

Bronze erhalten die drei Holz-Langhäuser auf dem Freilager-Areal in Zürich, die der Architekt Rolf Mühlethaler konsequent aus Holz konstruiert hat – bis zu 100 m lang, sechs Geschosse hoch, mit total 187 Wohnungen. So geht verträgliche Verdichtung, so geht Holzbau im 21. Jahrhundert, so die Jury. Die aussteifenden Kerne mit Treppe und Lift sind aus Beton gebaut. Sonst bestehen die drei Bauten gänzlich aus Holz (vgl. «Schwergewichtiger Rock 'n' Roll»).

Vier Gewinner beim Sonderpreis Schweizer Holz 

Unter Trägerschaft des Aktionsplans Holz des Bundesamts für Umwelt Bafu, der Holzindustrie Schweiz HIS und des Schweizerischen Verbands für geprüfte Qualitätshäuser VGQ wurden parallel zum Prix Lignum vier nationale Sonderpreise Schweizer Holz auserkoren.

Der Sonderpreis hebt Objekte hervor, die den Rohstoff aus unseren Wäldern in besonderem Mass und in herausragender Weise einsetzen. Zugelassen waren nur Objekte mit dem Herkunftszeichen Schweizer Holz. 

Die Gewinner sind ex aequo das kantonale Polizeigebäude in Granges-Paccot FR, die Produktionshalle der BLS in Bönigen BE, das Mondhaus in Alpnach OW und der Turm im Natur- und Tierpark Goldau SZ (vgl. «Ein Turm für Mensch und Tier»).

465 Arbeiten wurden schweizweit eingereicht, aufgeteilt auf fünf Regionen der Schweiz. Pro Region legte eine Jury je einen 1., 2. und 3. Rang sowie zwischen zwei und acht Anerkennungen fest. Aus den Rängen der Regionen kürte die nationale Jury Gold, Silber und Bronze sowie vier Sonderpreise Schweizer Holz.

Die Gewinner der Haupt- und Sonderpreise finden Sie in der Bildergalerie.
 

Weitere Artikel zum Thema Holzbau finden sich in unserem digitalen Dossier.

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