Normprojekt zur Elektromobilität

Neben einem Merkblatt zur Infrastruktur für Elektrofahrzeuge genehmigte die Zentralkommission für Normen an ihrer ersten Sitzung 2018 das Projekt einer eigenständigen Norm zur Raumakustik.

Giuseppe Martino Leiter Fachbereich Normen beim SIA

Die Zentralkommission für Normen (ZN) hatte an ihrer Sitzung vom 6. März 2018 in Bern ausnahmsweise keine Freigaben zur Publikation zu behandeln, genehmigte jedoch unter anderem zwei Projektstarts und zwei Projektvorschläge. Ferner hat die Kommission diejenigen Projekte formell abgeschlossen, deren ­Pu­blikationen seit mindestens einem Jahr im Verkauf sind. 2017 betraf dies zwölf Projekte mit insgesamt 16 Publikationen (12 Normen und vier Merkblätter), und zwar insbesondere aus dem Gebäudetechnik- und Energiebereich.

Harmonisierung mit ­europäischen Normen

Zum Projektstart freigegeben hat die Kommission die Revision der Norm SIA 382/1:2014 Lüftungs- und Klima­anlagen – Allgemeine Grund­lagen und Anforderungen. Die Revision der Norm ist unter anderem not­wendig aufgrund von neuen euro­päischen Normen, die demnächst ins Schweizer Normenwerk übernommen werden. Die Norm SN EN 13779 : 2007, deren wesentliche Elemente in der Norm SIA 382/1 : 2014 übernommen wurden, wurde überarbeitet und als Teil 3 in die umfassende Normenreihe EN 16798 Energetische Bewertung von Gebäuden überführt. Die EN 16798-3:2017 regelt die Lüftung von Nichtwohngebäuden und definiert Leistungsanforderungen an Lüftungs-, Klimaanlagen und Raumkühlsysteme.

Weiter hat die Kommission den Projektstart für die Erarbeitung eines neuen Merkblatts SIA 2060 Infrastruktur für Elektrofahrzeuge in Gebäuden freigegeben: Dieses Merkblatt soll Wohn- und Nichtwohngebäude behandeln, bei denen der Bau einer Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge vorgesehen ist oder bei denen die Voraussetzungen für eine nachträgliche und skalierbare Installation geschaffen werden sollen. Zudem wird das Merkblatt Parkplätze behandeln, die fest einem Gebäude zugeordnet sind und als Teil seiner Infrastruktur versorgt und bewirtschaftet werden.

Mit Blick auf dieses Normprojekt betonte die ZN die Notwendigkeit, die Abgrenzung zu den bestehenden VSS-Normen zu regeln bzw. auf diese zu verweisen. Das Merkblatt wird jedoch keine Ladestationen ausserhalb von Gebäuden behandeln bzw. solche, die nicht fest mit einer Gebäudeinfrastruktur verbunden sind.

Elektrizität in Gebäuden

Die ZN hat der Ausarbeitung eines Projektstarts mit Zusammensetzung der Kommission, Terminplan und Budget zu einer neuen Norm SIA 181/1 Raumakustische Anforderungen und zu einem neuen Merkblatt SIA 2061 Speicherung von Elektrizität in Gebäuden zugestimmt.

Wesentliches Ziel der laufenden Revision der Norm SIA 181:2006 Schallschutz im Hochbau war es, die Ziffer 3.3 über raumakustische Anforderungen an Unterrichtsräume und Sporthallen an die neu überarbeitete Norm DIN 18041:2016 Hörsamkeit in Räumen – Vorgaben und Hinweise für die Planung anzupassen sowie einen Hinweis auf das Behindertengleichstellungsgesetzgebung (BehiG; BehiV) mit den entsprechenden raum­akustischen Anforderungen in die Norm aufzunehmen.

Jedoch stellte sich im Lauf der Revisionsarbeit heraus, dass der Umfang des Raum­akustikteils die ansonsten klare, auf den Schallschutz fokussierte Normstruktur sprengt und die Norm SIA 181 in dieser Form deutlich unübersichtlicher und schwerer lesbar machen würde. Die Behandlung der Raumakustik in einer eigenen Norm SIA 181/1 ermöglicht dagegen einen einfachen Aufbau, eine gute Lesbarkeit und die Möglichkeit, auch weite­re Themen der Raumakustik, z. B. die Beschallung, zu integrieren sowie die Abgrenzung zu weiteren Normen wie der SIA 500 zu beschreiben.

Das Merkblatt SIA 2061 soll sowohl Wohngebäude und Verwaltungsbauten als auch typische Misch­­nutzungen wie z. B. Verwaltung/Verkauf, Mehrfamilienhaus/Restaurant umfassen, in die ein Speicher installiert werden soll. Möglich sind dabei vielfältige Kombinationen mit Photovoltaik und Elektroladestationen, die auch ein späteres Nach­rüsten erlauben. Die Norm soll Dimen­sionierungshin­weise für ver­schiedene Ausgangs­lagen sowie Vorgaben für Integra­tion und Betrieb der Spei­cher­­infrastruktur bieten.

Neues Gesicht in der ­Kommission Hochbau

Als neues Mitglied in der Kommission für Hochbaunormen wurde Stephan Glaus Stämpfli, Architekt aus Bern, gewählt. Neue Vizepräsidentin der ZN ist Barbara Sintzel, die in der ZN schon die´ sektorielle Kommission für Nachhaltigkeit- und Umweltnormen vertritt. Sie übernimmt diese Funktion von Pierre Ehrensperger, der per Ende 2017 aus der ZN zurückgetreten ist.
 

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