Museen erzählen Geschichte

Viola John Konstruktion/nachhaltiges Bauen, Redaktorin TEC21

Geschichte erlebbar und zu einem Erlebnis zu machen – das ist die grosse Herausforderung im Museumsbau. Die beiden hier vorgestellten Beispiele zeigen, dass für die verständliche Aufarbeitung eines prägenden, mit­unter schwierigen Teils der Vergangenheit die Architektur selbst zur Geschichtenerzählerin werden kann.

Eine ehemalige Zinkmine in Norwegen verwandelte Peter Zumthor mit mehreren in der Landschaft verteilten Holzpavillons in einen Erlebnispfad und erweckte sie so zu neuem Leben. Die Besucher beschreiten den ehemaligen Arbeitsweg der Minen­arbeiter und bekommen Einblicke in deren beschwerlichen Alltag. Die Exponate in den Pavillons sind in ein Halbdunkel gehüllt, das an die Bedingungen im Untergrund erinnern soll. 

Auch die bewegende Geschichte und die oft aus Verzweiflung geborene Kultur der Afroamerikaner werden lebendig – im National Museum of ­African American History and Culture (NMAAHC) in Washington, D. C. Der neue Museumsbau von David Adjaye inszeniert Abgründe, aber auch Glücksmomente – mit einer den Themen angemessenen Architektur. Eine Metallfassade mit floralem Muster, ein grosses Vordach, Wasserspiele und ein Wald vor dem Eingang verleihen als Reminiszenzen afro­amerikanischer Kultur der Ausstellung den passenden Rahmen. So wird die Architektur bei beiden Museen schliesslich selbst zu einem Teil der Geschichte.

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