Klybeck-Areal Basel: erste Synthese

Eine Stadt für alle auf 30 ha

Die Entwicklung des Klybeck-Areals in der Stadt Basel scheint im Grossen und Ganzen ausgereift. Wie das kantonale Bau- und Verkehrsdepartement mitteilt, konnten die Erkenntnisse aus der bisherigen Planung am 21. November als Synthese der Bevölkerung vorgestellt worden.

Paul Knüsel Umwelt/Energie, Redaktor TEC21

Bisher wurden eine städtebauliche Testplanung und offene Workshops für die Bevölkerung durchgeführt. Nun hat der Kanton gemeinsam mit den Grundeigentümern BASF und Novartis die Entwicklungsideen in einer Synthese zusammengefasst. Das Industrieareal nördlich der Dreirosenbrücke umfasst eine Fläche von 30 ha, inklusive der benachbarten Grünflächen, und soll in den nächsten Jahren umgenutzt werden.

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem bisherigen Planungsverfahren fasst die Kantonsbehörde wie folgt zusammen: Bei der Umnutzung ist ein Wohnanteil von mindestens 50 % anzustreben, bei einem Minimalanteil von 15 % für den günstigen Wohnungsbau. Im Zentrum soll ein dynamischer Knotenpunkt für das Quartier entstehen, der Klybeckplatz. Attraktive Achsen verbinden die Arealränder der jeweiligen Flussräume Wiese und Rhein zwischen Ost und West. Die Rheinuferpromenade wird weiter aufgewertet, und die Werkgelände von BASF und Novartis werden ebenfalls geöffnet. Auch an die quartiernahe und -interne Grün- und Freiraumversorgung wird gedacht: Innerhalb werden Stadt- und Quartierplätze mit hoher Aufenthaltsqualität geschaffen und mit Freiräumen im ganzen Planungsperimeter ergänzt.

Zusätzliche Planungsstudien

Damit die informellen Ideen und Konzepte in einen übergeordneten Stadtteilrichtplan einfliessen können, werden zusätzliche Planungsstudien durchgeführt. Zu vertiefen sind unter anderem der Klybeckplatz als zentraler Knotenpunkt für den Verkehr und für die Freiraumkorridore. Ebenfalls genauer zu untersuchen sind die Nutzungsverteilung, die Anforderungen an Wirtschaftsflächen und der öffentliche Infrastrukturbedarf wie Schulraum, Freiraum etc.

Abzuklären ist aber auch, ob einzelne Gebäude im Klybeck-Areal erhaltenswert und identitätsbildend für die Umnutzung sind. So wurde die Idee aufgeworfen, in dazu geeigneten Gebäuden Initialnutzungen zu ermöglichen. Die Ergebnisse dieser Untersuchungen sollen bereits 2018 vorliegen, kündigen die Planungspartner an. Offen ist dagegen, ob die Bevölkerung weiterhin mitwirken kann und wie das öffentliche Beteiligungsverfahren fortgesetzt wird.

Ein Stadtquartier entsteht

Das Klybeck-Areal wird von BASF und Novartis heute kaum mehr für die industrielle Produktion benötigt. 2016 haben sich die Grundeigentümer mit dem Kanton Basel-Stadt zusammengeschlossen, um die Zukunft dieser Fläche von rund 30 ha gemeinsam zu planen. Der breite Gürtel zwischen Rhein und Wiese wird sich allmählich öffnen und zu einem vielfältigen, durchmischten und vernetzten Stadtquartier wandeln, das Raum für Wohnen, Arbeit, Freizeit und Kultur bietet. Ziel der Arealentwicklung ist eine «Stadt für alle», mit unterschiedlichen Wirtschafts- und Wohnformen und Chancen für alle Nutzungsanliegen.

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