Jetzt hoppeln sie wieder

«Die Besten 2014» in Architektur, Design und Landschaft
Die Zeitschrift Hochparterre kürt die Besten im Land und verleiht den «Hasen» in drei Kategorien. Dieses Jahr ist zum breiten Spektrum ein weiteres Thema hinzugekommen: interdisziplinäre Teams.

Marko Sauer Architekt, Korrespondent TEC21

Wie jeden Dezember wirft Hochparterre eine Blick zurück auf das vergangene Jahr und kürt die «Besten» in Architektur, Landschaftsarchitektur und Design. So breit, wie die Themen aufgefächert sind, so vielfältig fallen jeweils die prämierten Projekte aus. Die Auszeichnung ist ein guter Seismograf für die neuesten Trends in Gestaltung und Gesellschaft, und sie gibt einen guten Überblick über das aktuelle Geschehen in der Schweiz. 

Der goldene Hase in der Kategorie Landschaftsarchitektur geht an die Landschafts- und Portalbauwerke von Gotthard- und Ceneri-Basistunnel. Damit würdigt die Jury die Arbeit der interdisziplinären Beratungsgruppe für Gestaltung, die die Kunstbauten der Alp Transit schon seit Jahrzehnten begleitet und für ein kohärentes Erscheinungsbild der Kunstbauten sorgt. Im Nachhall wird damit auch Flora Ruchat-Roncati geehrt, die der Gruppe von 1992 bis zu ihrem Tod im Jahre 2012 angehörte. Eine schöne Geste, die nicht nur das herausragende Engagement der Tessinerin für Infrastrukturbauten ehrt, sondern auch unterstreicht, wie sehr Tunnel, Viadukte und Strassen unsere Landschaft prägen (vgl. TEC21 17–18/2014). 

Auch der bronzene Hase für Landschaftsarchitektur wird einem interdisziplinären Team verliehen. Der Elefantenpark im Zoo Zürich zeigt exemplarisch die Zusammenarbeit von Architekt, Landschaftsarchitekt und Ingenieur.

In der Sparte Architektur steht die Transformation der Halle 181 in Winterthur zuoberst auf dem Podest. Die Aufstockung der zweigeschossigen Halle durch Kilga Popp auf dem früheren Sulzer-Areal beim Bahnhof Winterthur zeigt eine Alternative zur Gentrifizierung von ehemaligen Industriegebieten: Feinfühlig – und vor allem mit Bedacht – wird das Lagerplatzareal einer neuen Nutzung zugeführt. Mit dem Hasen in Gold wird damit ein Gegenentwurf zum neuen Eldorado der Developer geehrt. Auch das Wohnhochhaus Zölly stellt eine radikale Gegenposition zu den neuen urbanen Hoch­häusern dar: Meili Peter bieten für das gehobene Klientel mehr als nur luxuriöse Oberflächen. Für die räumlichen Erfindungen im eleganten Haus gibt es den Hasen in Silber.

In der Kategorie Design erhält Konstantin Grcic den goldenen Hasen für seine Produktlinie «Sanitary Ware for Laufen». Er lotet darin die Möglichkeiten von Saphirkeramik aus, die harte Kanten und enge Radien ermöglicht. In der neuen Linie spielen Materialinnovation und Design beispielhaft zusammen. Silber und Bronze gehen an zwei prozesshafte Projekte: Das Lehrangebot «Faites vos jeux!» von Karin Seiler und Rahel Arnold von der ZHdK (zum ersten Mal wird ein Lehrgang geehrt) und das Projekt «Take a seat» von Aekae. In einem Café werden klassische Beizen­stühle von horgenglarus laufend umgestaltet und am Ende verkauft: vom Massenprodukt zum indivi­duell gestalteten Einzelstück. 

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Landschaftsarchitektur Gold; Landschafts- und Portal­bauwerke Gotthard- und Ceneri-Basistunnel, Beratungsgruppe für Gestaltung
Silber: Foce del Fiume Cassarate, Officina del paesaggio, Lugano
Bronze: Elefantenpark «Kaeng Krachan», Lorenz Eugster, Markus Schietsch, Walt + Galmarini, Zürich JuryAnnemarie Bucher, Kuratorin und Dozentin ZHdK, Zürich
Marie-Hélène Giraud, Landschaftsarchitektin der Stadt Genf
Stefan Köpfli, Landschaftsarchitekt, Koepflipartner, Luzern
Stefan Rotzler, Landschaftsarchitekt und Berater, Gockhausen
Roderick Hönig, Redaktor Hoch­parterre, Zürich (Leitung der Jury)

Architektur Gold: Umbau und Erweiterung Halle 181, Winterthur: Kilga Popp Architekten, Winterthur
Silber: Wohnhochhaus Zölly, Zürich, Marcel Meili, Markus Peter Architekten, Zürich
Bronze: Sanierung und Umbau Türalihus, Valendas, Capaul & Blumenthal, Ilanz JuryYves Dreyer, Dreyer Frenzel Architektur, Lausanne
Stephan Sintzel, Esch Sintzel Architekten, Zürich
Astrid Staufer, Staufer Hasler Architekten, Frauenfeld/Zürich
Susanne Vécsey, Vécsey Schmidt Architekten, Basel
Axel Simon, Redaktor Hoch­par­terre, Zürich (Leitung der Jury)
Design Gold: «Sanitary Ware for Laufen», Konstantin Grcic, München
Silber: Lehrangebot «Faites vos jeux!», Karin Seiler und Rahel Arnold, ZHdK
Bronze: Projekt «Take a Seat», Aekae, Christian Kaegi und Fabrice Aeberhard, Zürich JuryPaola De Martin, Textildesignerin und Dozentin, Zürich
Beat Karrer, Designer, Zürich
Robert Wettstein, Designer, Zürich
Peter Wirz, Designer, Vetica Group, Luzern
Meret Ernst, Redaktorin Hoch­parterre, Zürich (Leitung der Jury)

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