In der Wildnis

Hella Schindel Architektur, Redaktorin TEC21

Es ist gefährlich draussen in der Natur. Und zuweilen unbequem. Nach einer ­langen Wanderung kommt es schon mal vor, dass der Naturfreund erschöpft niedersinkt und eine Rast einlegen muss. Hierzulande stehen die Chancen nicht schlecht, dass genau dann eine Feuerstelle in Sichtweite ist, die zum Bräteln einlädt.
Das prototypische Betongestell gehört schon fast zum Inventar der Wälder. Pfeil und Bogen, Feuersteine und Zunder – das war einmal. Heute werden stattdessen die Packung Cervelat gezückt und das Feuerzeug hervorgekramt, das von letzter Nacht noch in der Jacken­tasche herumfliegt. Mit etwas Glück liegen in einem ge­deckten Fach am Grill kleine Zweige, Zeitung und trockene Holzscheite bereit. Hin und wieder gibt es sogar ein paar Picknick­bänke, ­schöner als an jedem fran­zösischen Autobahnparkplatz.
Die Krönung der Bequemlichkeit erwartet den gezähmten Abenteurer aber auf einem Hügel in der Nähe von Bern: Auf dem Grill dort liegt wahrhaftig ein Blasebalg – für alle, die bereits vor dem Anfeuern aus dem letzten Loch pfeifen. Und als freundliches Signal an all jene Touristen, die der angeblichen ­Servicewüste Schweiz den Rücken zu kehren drohen.
 

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