Holzbau: neue Techniken und Geschäftsmodelle

Die Digitalisierung ermöglicht nicht nur neue Planungs- und Fertigungsabläufe, sondern auch ganz neue Geschäftsmodelle im Holzbau. In einigen Nachbarländern kommen sie schon vermehrt zum Einsatz.

Judit Solt Fachjournalistin BR, Chefredaktorin TEC21

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe, die espazium – der Verlag für Baukultur mit Wüest Partner und Lignum im Auftrag des Bundesamts für Umwelt (Bafu) durchführt, tauschten sich am 13. Juni ausgewählte Exponenten der Bau- und Investorenbranche über die Zukunft des Holzbaus aus.

Der thematische Bogen war sehr weit: Er spannte sich von neuen Geschäftsmodellen im Zusammenhang mit Vorfabrikation über Fragen der Nachhaltigkeit und technischen Entwicklungen bis hin zu architektonischen Themen. Trotz dieser Vielfalt war ein verbindender Aspekt nicht zu übersehen – der massive Innovationsschub, der alle Aspekte des Holzbaus erfasst. Innovative Materialien, Methoden und Techniken haben nicht nur neue Planungs- und Bauabläufe zur Folge, sondern ermöglichen auch neue Geschäftsmodelle.

Wenn etwa potenzielle Bauherrschaften, Planungsfachleute und Bauteilehersteller auf einer Onlineplattform zusammenkommen und die Abwicklung der Bauabläufe standardisierten Prozessen folgt, eröffnet sich ein hohes Sparpotenzial. Da gleichzeitig die Erfahrungen aus den realisierten Projekten systematisch gesammelt werden und den nächsten Planungen zugutekommen, kann auch die Qualität gesteigert werden. Das klingt verführerisch, bedeutet aber auch eine gewisse Verunsicherung: Die Rolle der traditionellen Stakeholder – unter anderem des Generalunternehmers – dürften sich dabei stark ändern.

Wie beiläufig wurde einmal mehr klar, weshalb solche Fragen gerade beim Holzbau so aktuell sind. Als nachwachsendes, lokal produzierbares Material, das CO2 bindet, eignet sich Holz für nachhaltige Bauweisen und stösst deshalb auf steigendes Interesse. Zudem hat es baubiologische Vorteile, erhöht nachweislich das Wohlbefinden der Nutzenden, bietet sich aufgrund seiner Leichtigkeit für urbane Verdichtungsprojekte an und erlaubt dank Vorfabrikation besonders effiziente Bauprozesse. Es ist absehbar, dass noch weitere Innovationen folgen werden.

Referenten und Vorträge:
«Von der Forschung zur Praxis: Neue Lösungen für den Holzbau»
Prof. Dr. Andrea Frangi, Titularprofessor für Holzbau, Institut für Baustatik
und Konstruktion, ETH Zürich
«Atmosphärisch dichter mit Holz»
Yves Schihin, Partner und Mitinhaber von Burkhalter Sumi Architekten, Zürich
«Trees: Nature's 3D-Printers»
Steven Ware, Partner von Art&Build Architects, Belgien/Frankreich/Luxemburg
«Bauen 4.0. Vom Ego – zum Lego – Prinzip»
Hubert Rhomberg, Cree GmbH

«Weitere Beiträge zum Thema Holzbau finden Sie in unserem E-Dossier.

 

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